Der Regionalverband Donau-Iller und viele Politiker sind gespannt wie Flitzebogen auf erste, dringend erwartete Vorstellungen, in welchem Neubau-Abschnitt und auf welcher Trasse die künftige, schnellere Bahnverbindung Ulm-Augsburg gebaut werden soll. Sorge bereitet hierbei allerdings die Zukunft des Günzburger Bahnhofs – dass dieser dann nicht mehr direkt von Fernverkehrszügen angefahren wird. Bundestagsabgeordneter Georg Nüßlein (CSU) hat diesbezüglich eine Anfrage gestartet – und eine Antwort bekommen von Klaus-Dieter Josel, dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern.

Bestandsstrecke für Nahverkehr

Darin heißt es, der Fernverkehrshalt Günzburg ist fest verankert im im Projekt Ulm-Augsburg. „Es ist an keiner Stelle geplant oder auch nur angedacht“, diese einzuschränken.“ Der Bund sehe in seiner aktuellen Studie zu einem Deutschlandtakt im Fernverkehr statt der bisherigen zweistündlichen Haltefrequenzen je Richtung sogar einen stündlichen Halt in Günzburg vor.

In den Planungen zum Projekt Ulm-Augsburg ist kein neuer Fernverkehrsbahnhof um Günzburg herum vorgesehen, verdeutlicht Josel. Die heutige, zweigleisige Bestandsstrecke bleibe voll erhalten und stehe für eine Stärkung des Nahverkehrs zur Verfügung. Der Bund habe allerdings als Projektziel für die Strecke Ulm-Augsburg eine Fahrzeit im Fernverkehr von 27 Minuten, ohne Zwischenhalt, definiert. Daran müssten sich alle Trassenvarianten messen lassen.

Varianten für zusätzliche Gleise

Wo die zusätzlichen Gleise für den schnellen Fern- und Güterverkehr liegen werden, könne heute noch nicht gesagt werden. Es müssten auch Varianten betrachtet werden, die nicht durch Günzburg führen, sondern möglicherweise nördlich oder südlich davon liegen werden. Dann könnten die Züge mit Fernverkehrshalt in Günzburg – wie in vielen anderen Fällen im Schienennetz – über Verknüpfungen von eventuellen Neubauabschnitten auf bestehende Gleise wechseln.