Justiz 73-Jähriger hat Enkeltöchter mehrfach sexuell missbraucht

STEFAN BENTELE 17.02.2017

Weil er seine Enkeltöchter sechs Mal sexuell und ein Mal schwer sexuell missbraucht hat, ist ein 73-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis am Donnerstag vom Amtsgericht Ulm zur einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht hat die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt und dem Mann eine Geldauflage von 3000 Euro an den Kinderschutzbund Neu-Ulm und ein Kontaktverbot zu unter Zwölfjährigen auferlegt.

Richter Michael Klausner begründete das Urteil damit, dass der Rentner das Vertrauen seiner Familie missbraucht habe, als er sich zwischen 2013 und 2015 an seinen sieben bis acht und neun bis zehn Jahre alten Enkeltöchtern verging. Im Falle des schweren sexuellen Missbrauchs „sind wir auf einen minderschweren Fall gegangen“, weil der Gesetzgeber hier eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und 15 Jahren vorsehe und die Tat dem angemessen bewertet werden müsse. Zugute kam dem 73-Jährigen, dass er alle Vorwürfe einräumte und seinen Enkeltöchtern eine Aussage vor Gericht erspart hatte. Und nach Aussage beider Väter sei keines der Kinder traumatisiert.

Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger hatte im Plädoyer von einem „schwerwiegenden Vertrauensbruch“ des Großvaters gegenüber dessen Familie gesprochen und wertete das Alter der Kinder „strafschärfend“. Dennoch habe es sich um „kurzzeitige“ Missbrauchsfälle gehandelt, und der Mann zeige Reue. Er forderte eine Freiheitsstrafe von zwei und eine Bewährungszeit von vier Jahren, sowie ein Kontaktverbot zu unter Zwölfjährigen. Verteidiger Thorsten Storp betonte die lange Verfahrensdauer – die Taten waren Mitte 2015 bekannt geworden –, das Geständnis und die Tatsache, dass die Kinder nicht „nachhaltig traumatisiert“ seien. Er plädierte zu einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren und einer dreijährigen Bewährungszeit.

Das Urteil ist rechtskräftig.