Forst 70 Prozent Schadholz im Wald

Amstetten / Thomas Hehn 06.12.2018

Schlechte Nachrichten hatten Forstamtsleiter Thomas Herrmann und Revierförster Frieder Angerbauer, als sie dem Amstetter Gemeinderat jetzt über den Zustand im Gemeindewald berichteten: 70 Prozent des planmäßigen Einschlags in Höhe von 1240 Festmetern im Gemeindewald seien entweder dem Borkenkäfer oder dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen, erläuterte Angerbauer. Und so rechnen die Förster bei der Vermarktung des Schadholzes mit Einbußen. Während die Preise für Fichte wegen des überschwemmten Nadelholzmarktes im Keller sind, sieht es beim Laubholz besser aus. Das ist weiterhin gefragt. Angerbauer hofft jedenfalls, dass er die angepeilten 16 000 Euro Gewinn noch erreichen kann.

2019 wollen die Förster verhaltener angehen und 200 Festmeter weniger fällen als im Zehnjahresplan vorgesehen. Außerdem sollen Neupflanzungen nachgeholt werden, die man wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr verschieben musste. Sollte es nochmal so ein trockenes Jahr geben, sieht Angerbauer schwarz: „Den Fichten geht‘s sehr schlecht und selbst die Buchen machen allmählich schlapp.“

Petra Schraag wollte wissen, ob man dem Klimawandel mit neuen Baumsorten begegnen könne. Versuche gebe es schon, erläuterte Forstamtsleiter Herrmann. So seien die ursprünglich in Nordamerika beheimateten Tulpenbäume und Roteichen offenbar resistenter gegen Hitze und Trockenheit. Bislang gebe es aber keine Erfahrungsberichte, ob die Bäume wirklich besser mit dem Klimawandel fertig werden. Herrmann: „Das weiß man erst nach 80 Jahren.“

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