Berghülen 63 Forscher gründen einen Verein

Fluss in der Hessenhauhöhle, dem Forschungsobjekt des Vereins "Arge Blaukarst". Foto: Andreas Kücha
Fluss in der Hessenhauhöhle, dem Forschungsobjekt des Vereins "Arge Blaukarst". Foto: Andreas Kücha
Berghülen / JOACHIM STRIEBEL 18.05.2012
Die "Arge Blaukarst", bisher ein Zusammenschluss von Mitgliedern aus vier Höhlenvereinen, ist jetzt eigenständig. Ein Ziel des Vereins ist die Finanzierung der Forschungen in der Hessenhauhöhle bei Berghülen.

Seit mehreren Jahren forscht die "Arge Blaukarst" sehr erfolgreich in der Seligengrundhöhle bei Blaubeuren-Seißen und in der Hessenhauhöhle bei Berghülen. Bisher bestehend aus Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten, dem Verein "Freunde der Aachhöhle", der Höhlenforschungsgruppe Ostalb-Kirchheim und dem Höhlen- und Heimatverein Laichingen, hat sich die "Arge Blaukarst" jetzt einen eigenen Vereinsstatus gegeben.

Bei der Gründungsversammlung im "Ochsen" in Berghülen haben die Höhlenforscher den Arzt Dr. Jürgen Bohnert zum Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt. Reinhard Schmid ist stellvertretender Vorsitzender, Thilo Müller ist Geschäftsführer, Markus Bölzle ist Kassierer. Außer Bohnert fungieren Jens Freigang und Andreas Schober als Forschungsleiter.

Ein Ziel des 63 Mitglieder zählenden Vereins ist laut Jürgen Bohnert, die umfangreichen Forschungen in der Hessenhauhöhle auf eine gute finanzielle Grundlage zu stellen. Die "Arge Blaukarst" will die Gemeinnützigkeit beantragen. So könnten für Zuwendungen Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Um den Zustieg in das rund 130 Meter unter der Albhochfläche liegende Höhlensystem dauerhaft zu sichern, seien Geldmittel "in der Größenordnung von mehreren zehntausend Euro" erforderlich. Bisher ist der Forschungsschacht bis auf eine Tiefe von 55 Metern mit ausgedienten Leitplanken und Leitern ausgebaut. Dann folgt eine Engstelle, darunter gehts an Kletterseilen weiter bis zum Höhlenfluss, der so genannten "Nordblau". Weil das Wasser immer wieder in Siphonen verschwindet, benötigen die Forscher Höhlentauchausrüstung, um dem Fluss folgen zu können. Der Transport der schweren Tauchflaschen durch die Kletterpassagen und die Engstelle im Schacht gestalte sich schwierig, berichtet Bohnert. Der Verein denke über Verbesserungen nach.

Die Mitglieder der "Arge Blaukarst" scheuen bei ihren Forschungen keine Anstrengungen. Flussaufwärts sind sie rund 1,5 Kilometer weit in die Alb vorgedrungen, flussabwärts rund 500 Meter. Am 11. Mai durchtauchten sie flussabwärts einen 33 Meter langen Siphon, den sie "Tiefgarage" nennen. Danach setzt sich der Gang in Richtung Blauhöhle fort. Durch die jüngsten Färbversuche konnte zwar eine Verbindung zwischen der mittlerweile 3182 Meter langen Hessenhauhöhle und dem mehr als 8,7 Kilometer langen Blauhöhlensystem nachgewiesen werden, die genauen Wege des Wassers sind aber noch unerforscht. Das gilt auch für die Strecke zwischen der Hessenhauhöhle und dem rund sieben Kilometer entfernten Laichingen. Die Erkenntnis, dass es eine unterirdische Verbindung von Berghülen nach Laichingen gibt, ist ein weiteres Ergebnis der Färbversuche: Uranin das in der Nähe der Laichinger Kläranlage in eine Spalte geschüttet wurde, kam 98 Stunden später in der Höhle an.

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