77 Mitglieder zählt die Wirtschaftsvereinigung Nellingen (WVN) – und 51 davon nehmen am kommenden Sonntag beim Tag des offenen Betriebes teil. Ein Rekord, wie Bürgermeister Franko Kopp feststellt. Auch die Gemeinde trägt diesen Tag des offenen Betriebes mit, denn schließlich profitiere sie letztlich, etwa über die Gewerbesteuer, von örtlichen Unternehmen, denen es auch dank guter Präsentation wirtschaftlich gut gehe. Derzeit brummt die Konjunktur und eigentlich wäre man als Handwerker, Produktion, Gewerbe oder Dienstleister doch gar nicht auf eine werbende Plattform wie am Sonntag angewiesen. So mögen manche denken, sagt Herbert Bühler, Vorsitzender der WVN, und führt seine Argumente auf, weshalb es dennoch sinnvoll ist dabei zu sein: „Es geht darum, zu zeigen, wie man sich seit der letzten Gewerbeschau als Betrieb weiterentwickelt hat, aber auch darum, sich den Neubürgern zu präsentieren.“

Tatsächlich hat die rund 2000 Einwohner starke Gemeinde seit Jahren steigende Zuwachszahlen. Ein Verdienst, den Bürgermeister Franko Kopp auch der Verwaltung auf die Fahnen schreibt, denn die schaffe die dringend nötigen Gewerbe- und Wohngebiete und biete eine gute Infrastruktur. In solchem Klima gedeihen auch Handel und Gewerbe, ist Kopp überzeugt. „Immerhin bieten wir in 70 Betrieben 500 Arbeitsplätze“, sagt der Bürgermeister stolz. Bühler, der auch seit vielen Jahren Gemeinderat ist, pflichtet ihm bei. Diese Aussagen untermauert die Infobroschüre zum Gewerbestandort und Wohnort Nellingen, welche Gemeinde und WVN alle drei Jahre zum Tag des offenen Betriebes aktualisiert herausbringen.

Am Sonntag können sich die Besucher vor Ort von der Leistungsfähigkeit der Nellinger Betriebe überzeugen. Sie bekommen Einblicke ins Produktionsgeschehen und können Handwerkern und Dienstleistern über die Schultern schauen.

Einige Firmen ziehen für diesen Tag aus ihren Standorten heraus in die Sporthalle oder kommen bei befreundeten Unternehmen in deren Hallen unter. Die Ortsverwaltung ist in der Festhalle und richtet eine Bürgerwerkstatt ein. Dabei gibt es nicht nur Infos zu wichtigen Entwicklungen an Stellwänden – die Nellinger  haben selber die Gelegenheit, sich zum Thema städtebauliche Ortsentwicklung mit eigenen Vorschlägen, Ideen und Kritik, aber auch ganz konkreten Projektvorschlägen einzubringen. Mitarbeiter des Planungsbüros sind vor Ort,  informieren, diskutieren und nehmen Anregungen auf. Auch die Arbeiterwohlfahrt ist in der Festhalle  und informiert über das geplante Seniorenzentrum.

Faktisch gibt es aber im ganzen Ort viel zu sehen. Selbst Gewerbetreibende aus dem benachbarten Merklingen stellen sich vor. „Das ist bei uns ein hüben und drüben, wir ziehen an einem Strang“, meint Herbert Bühler. Viele der Betriebe sorgen zudem mit Attraktionen und Aktivitäten für Unterhaltung. Weil es ganz schön in die Beine gehen würde, fährt den Tag über  ein Shuttlebus quer durch Nellingen: von der Scharenstetter Straße bis in die Gewerbegebiete, von der Sporthalle über die Ortsmitte bis hinüber nach Oppingen.

Nicht zuletzt locken wieder attraktive Preise beim Gewinnspiel. Etwa ein Albkantenrundflug im Segelflieger, eine Heißluftballonfahrt, Bluetooth-Lautsprecher und vieles mehr werden unter jenen Besuchern verlost, die sich insgesamt zehn Stempel bei den Ausstellern, die sie besuchen, geben lassen.