Dietenheim 33 Wohnungen in der Dietenheimer Innenstadt

BEATE REUTER-MANZ 06.02.2015
Es tut sich etwas auf dem Dietenheimer Immobilienmarkt. An zwei Standorten in zentraler Lage entstehen 33 Wohnungen - klein bis groß, zum Kauf oder zur Miete. Die ersten werden in Kürze fertig.

Wohnbau Kächler aus Balzheim hatte den Anfang gemacht: Auf dem Gelände des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses entstand 2012 ein Mehrfamilienhaus mit neun Eigentumswohnungen. Heute, knapp drei Jahre später, kommt der innerstädtische Dietenheimer Wohnungsmarkt durch zwei große Projekte nocheinmal ein gutes Stück voran.

Nach dem Abriss von Haus Nummer 87 in der Königstraße ergab sich für die Merkle Wohnbau GmbH und Co. KG mit den Gesellschaftern Manuel, Frank und Michael Merkle ein geeigneter Platz für ein Vorhaben, das lange in ihren Köpfen reifte: gehobene Eigentumswohnungen in innenstadtnaher 1a-Lage. "Dietenheim muss vorankommen mit seiner Stadtentwicklung. Wir sehen die Bebauung an einer so markanter Stelle auch unter dem Gesichtspunkt einer Initialzündung", sagt Manuel Merkle.

In der Tat taugt der L-förmige Flachdachbau an den Toren zur Innenstadt wegen seiner modernen Architektur zum Hingucker. Geplant vom Dietenheimer Architekten Jochen Graf beherbergt das Wohn- und Geschäftshaus mit seiner klar strukturierten Außenfassade 15 Einheiten. Es sind zwölf Eigentumswohnungen, 70 bis 101 Quadratmeter groß, eine Luxus-Penthouse-Wohnung mit 170 Quadratmetern sowie zwei Büroeinheiten. "Gehobene Ausstattung und eine gute Energieeffizienz", nennt Manuel Merkle als zwei herausragende Eigenschaften. So dient eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe als primäre Heizungsquelle. Für die Warmwasser-Aufbereitung und für Notfälle steht ein Gasanschluss zur Verfügung. "Dass zwei Heizungen auf einmal ausfallen, das ist dann doch selten", sagt der Dietenheimer Steuerberater, der Fußballinteressierten auch als Abteilungsleiter der Spielgemeinschaft Dietenheim-

Regglisweiler bekannt sein dürfte. Mit der Zertifizierung KfW-Effizienz 70 seien geringe Energie-Nebenkosten garantiert. Das Haus verfügt über Aufzug und Fußbodenheizung.

Baubeginn war im Juni 2013 und vor großen bösen Überraschungen blieben die Investoren verschont, sieht man einmal ab von einer Situation nach dem Ausheben der großen Baugrube. Denn da offenbarte sich ein ausgesprochen hoher Wasserstand, was die Bauherren kurzfristig zu einer Umplanung veranlasste. Eine so genannte "weiße Wanne" sorgt nun in der Tiefgarage für absolute Sicherheit vor eindringendem Grundwasser. "Das ist selbst bei hochwertigen Gebäuden nicht gang und gäbe", kommentiert Merkle diese Zusatzinvestition.

Beim Bau kamen ausschließlich Handwerker aus Dietenheim oder der näheren Umgebung zum Zug. "Die haben alle super Hand in Hand gearbeitet", lobt Merkle und bezieht in dieses Lob Jochen Graf ein, der das Haus nicht nur plante, sondern auch die Bauleitung auf der großen Baustelle neben der Grundschule innehatte.

Derzeit erhält die Fassade ihr endgültiges Gesicht. Es dominiert ein strahlendes Weiß in Kombination mit braun und anthrazit. Ein Gutteil der Wohnungen, von denen die ersten im März bezogen werden können, ist verkauft. Doch Interessenten haben noch immer eine gute Auswahl. Bereits vergeben sind die Gewerbeeinheiten. In den ersten Stock zieht Manuel Merkle selbst mit seinem Steuerbüro. Im Erdgeschoss quartiert sich die Bäckerei Häußler ein, die ihren Standort vis-a-vis vom Rathaus dafür verlassen wird.

Noch mitten im Bau stecken hingegen die beiden Mehrfamilienhäuser im Kornbrühl, die den Mietwohnungsbau in der Stadt entlasten dürften. Denn insgesamt 18 Wohnungen gibt es dort. An den beiden Flachdach-Blöcken auf dem ehemaligen Schließer-Gelände wurde vor Wochenfrist Richtfest gefeiert.

Investoren sind Franz und Oliver Wührl aus Illerrieden. Die beiden Klimatechniker-Meister, Vater und Sohn, die in der Nachbargemeinde das gleichnamige Unternehmen für Kälte-, Wärme- und Klimatechnik betreiben, wollten schon von Berufs wegen bei der Energiebilanz sehr hohe Ansprüche erfüllt haben. Erreicht wird die KfW-Effizienz 55. "Das ist aktuell der höchst mögliche Energiestandard", betont Franz Wührl. Jede Wohnung sei mit einer eigenen, individuell regelbaren Wärmepumpe versehen, die thermische Energie aus der Luft zur Wärmeerzeugung nutzt.

Die Drei-Zimmer-Wohnungen verfügen über 88 Quadratmeter Wohnfläche, die kleineren Zwei-Zimmer-Appartements kommen auf 48 Quadratmeter. Alle Wohnungen sind barrierefrei und über Aufzüge erreichbar. Was besonders ankomme bei der Kundschaft, ist ein Abstell-, Technik- und Waschraum auf jeder Etage. Dort will der Vermieter Waschmaschinen und Trockner aufstellen.

Vor allem an den kleinen Wohneinheiten besteht nach Aussage von Wührl großes Interesse. Für insgesamt elf Wohnungen sind die Mietverträge bereits geschrieben. Dabei ist der jüngste Mieter 21, der älteste 82 Jahre alt. Das freut Vater und Sohn besonders, denn: "Wir wollten Mehrgenerationenhäuser bauen." Weil die beiden Mehrfamilienhäuser nicht unterkellert sind und es deshalb auch keine Tiefgarage gibt, mussten die 27 Stellplätze oberirdisch abgelöst werden. Die Erschließung über die Sackgasse Kornbrühl, wo schon jetzt mitunter Parkplatzmangel herrscht, war im Gemeinderat kritisch hinterfragt worden. Die Wührls rechnen mit einer Fertigstellung der Wohnungen im Juli.

Noch schneller geht es mit dem Bezug eines Fitness-Studios in direkter Nachbarschaft, im Wohn- und Geschäftshaus in der Gießenstraße 22, das ebenfalls im Besitz der Familie Wührl ist. Wo früher Teppichböden und Gardinen verkauft wurden, sollen bereits ab Mitte März die Trainingsgeräte heißlaufen.

Betrieben wird "Juanitas Fitness-Lounge" von Daniyela Schönacker aus Dietenheim, einer ausgebildeten Trainerin für Fitness, Pilates, Sport-Reha und Krebsnachsorge. Die 400 Quadratmeter Nutzfläche im Erdgeschoss unterteilen sich in einen Bereich für Geräte und einen Kursraum. "Diese Nische musste einfach bedient werden", betont Schönacker die bei ihrer Arbeit in Frauen-Fitnessstudios nur gute Erfahrungen gemacht hat und die in Dietenheim mit ihren Sportlerinnen "ganzheitlich arbeiten" will.