Jubiläum Pflügergemeinschaft gibt es seit 30 Jahren

Langenau / Lisa Maria Sporrer 13.03.2018
Seit 30 Jahren besteht die Pflügergemeinschaft Ulm. Die Mitglieder haben viel erlebt – etwa die Weltmeisterschaft in Kenia.

Friede bebaue das Land“: Unter diesem Leitthema wurde im Jahr 1953 die „Welt Pflüger Organisation“ gegründet. Neben dem jährlichen Leistungsvergleich bei der Weltmeisterschaft der Pflüger hatte diese Organisation vor allem ein Ziel: Frieden. Auch die Ackerkultur sollte verbessert werden, um den Hunger in der Welt nach und nach zu beseitigen. „Tatsächlich gibt es in Kenia ganz andere Äcker als bei uns. Viel Vulkanasche, ziemlich junge Erde, klebrig und schwierig zu bearbeiten“, berichtete Ulrich Münkle, der in dem afrikanischen Land 2017 an der Weltmeisterschaft im Leistungspflügen teilgenommen hat.

Im Zehntstadel in Langenau-Göttingen feierte die Pflügergemeinschaft Ulm am vergangenen Wochenende ihr 30-jähriges Bestehen. Während der Feierlichkeiten erzählte Münkle von seinen Erfahrungen an der Weltspitze im Wettkampf-Pflügen. „Es ist wirklich Präzisionsarbeit und es kommt auf jeden Millimeter an“, sagte der 35-Jährige, der schon seit mehr als zehn Jahren professioneller Leistungspflüger ist. Maximal drei Stunden hat ein Leistungspflüger in einem Wettkampf Zeit, um ein Feld von 20 auf 100 Metern zu pflügen – und zwar so präzise, dass die komplette Parzelle gerade und eben ist, dass alle Stoppeln und das Unkraut untergepflügt wurden und dass auch die Furchen und der Anschluss gleichmäßig sind.

Münkle wurde 2016 Vizemeister im Bundesentscheid, damit qualifizierte er sich für die Weltmeisterschaft. Mit einem Team von fünf Leuten flog der gelernte Maschinenbauer im vergangenen November schließlich nach Kenia. Seinen Pflug hat er aus seinem Wohnort Göttingen mitgenommen.

Schon ein paar Wochen vor Münkles Reise wurde der Pflug verschifft, nächste Woche kann er ihn im belgischen Antwerpen am Hafen wieder abholen. Rund 8.000 Euro hat ihn der gesamte Transport gekostet. „Noch teurer wäre es gewesen, hätte ich auch noch meinen eigenen Traktor mitgenommen“, sagte Münkle. Deshalb habe er sich vor Ort einen geliehen. Insgesamt belegte Münkle bei der Meisterschaft den 14. Platz. Beim Grünlandpflügen wurde er 18., aber da habe er auch keine Erfahrung, sagte er. Denn Grünlandpflügen ist in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt. Dafür ist er „mega stolz darauf“, im Getreidestoppelpflügen sechster geworden zu sein. „Das war schon eine tolle Erfahrung“, sagte er.

Die Jugend fördern

„Es geht für uns heute mehr denn je darum, die Jugend zu fördern und beim Leistungspflügen zu unterstützen“, sagte Jürgen Stolz, Vorsitzender der Pflügergemeinschaft Ulm. Denn Leistungspflügen gehöre schon seit ein paar Jahrzehnten nicht mehr zur Landwirtschaftsausbildung. „Dabei ist der Boden unser wichtigstes Gut“, sagte Manfred Wolf, Schriftführer und Trainer von Münkle in Kenia. Damit das Leistungspflügen nicht ganz in Vergessenheit gerate, haben sich vor 30 Jahren ein paar „Einzelkämpfer“ zu einem Verein zusammengetan – der Pflügergemeinschaft Ulm.

Zu diesen „Einzelkämpfern“ gehörte auch Willi Rau, der in Jungingen geboren wurde und in einen Hof in Westerstetten eingeheiratet hat. Er weiß, wie aufwendig es früher war, alleine an den Pflüger-Wettbewerben teilzunehmen. Deshalb schlossen sich damals 16 Mitglieder zusammen. „Und dadurch hat die Jugend heute auch ganz andere Möglichkeiten als wir“, sagte Rau. „Und wie gut unsere Jugend hier ist, sieht man ja auch an unseren Erfolgen.“

Weltmeisterschaft 2018 in der Nähe von Reutlingen

Deutschland Dieses Jahr kommt die Weltpflügermeisterschaft wieder nach Deutschland – mittlerweile zum vierten Mal. Austragungsort ist am 1. und 2. September 2018 das Hofgut Einsiedel in Kirchentellinsfurt nahe Reutlingen.

Programm Neben Wettkämpfen im Stoppel- und Graslandpflügen gibt es an diesem Wochenende auch ein umfangreiches Rahmenprogramm, etwa mit einer Ausstellung historischer Traktoren aus Baden-Württemberg. Geplant ist auch eine „Precision Farming“-Vorführung – dabei werden moderne Traktoren mithilfe von Navigationssystemen gesteuert.

Webseite Weitere Infos zu der Weltmeisterschaft gibt es unter weltpfluegen2018.de

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