Umwelt 2,3 Millionen für sauberes Wasser

Derzeit wird an der Kläranlage Merklingen am Bau eines Retentionsfilters gearbeitet.
Derzeit wird an der Kläranlage Merklingen am Bau eines Retentionsfilters gearbeitet. © Foto: lejo
Vom 1 / mp 21.06.2018

Vom 1. Januar 2019 an reinigt Merklingen das Schmutzwasser nicht mehr in der gemeindeeigenen Kläranlage, sondern leitet es über einen Kanal in das Klärwerk Steinhäule in Neu-Ulm ein (wir berichteten). Dazu wird derzeit eine knapp 9,5 Kilometer lange Leitung von Merklingen nach Bermaringen verlegt. Von dort aus führt bereits eine rund 21 Kilometer lange Leitung ins Klärwerk Steinhäule.

Aktuell laufen die Bauarbeiten für das letzte Teilstück, das rund 700 Meter misst. Bis August liegen die Rohre mit einem Durchmesser von 25 Zentimeter auf Merklinger Gemarkung im Boden, versicherte Thomas Scherraus vom Ingenieurbüro Wassermüller dem Gemeinderat bei einem Vor-Ort-Termin in der Kläranlage.

Kläranlage wird stillgelegt

Ende 2018 sei dann die komplette Baumaßnahme mit allen notwendigen Anschlüssen abgeschlossen. Dann wird die Kläranlage stillgelegt. Das Regenüberlaufbecken (RÜB) Nummer 1 in der Ortsmitte bleibt bestehen. Die RÜB 2 und 3 auf dem Gelände der Kläranlage werden seit Mitte Mai zu einem 120 Meter langen und 50 Meter breiten Retentionsbodenfilter ausgebaut, eingeteilt in das Becken West und in das Becken Ost. Diese bilden zusammen eine weitere Säuberungsstufe, die das Land vorschreibe, so Stefan Dehm vom Ingenieurbüro Wassermüller, der die Gemeinderäte über die Großbaustelle führte.

Der Retentionsbodenfilter nimmt in erster Linie Regenwasser auf und reinigt es. „Diesen Filter kann man sich als große teichartige, mit Schilf bewachsene Anlage vorstellen“, vergleichbar mit einem Biotop, so Dehm. Das Schmutzwasser aus dem Regenüberlaufbecken versickere langsam und werde durch das Schilf und eine spezielle Sand- und Bodenschicht gereinigt. Drainagerohre leiten das saubere Wasser anschließend in eine Karstspalte ab, erklärte der Ingenieur die Technik.

Der Retentionsbodenfilter, der in zwei Bauabschnitten erstellt wird, fasst nach Fertigstellung 4000 Kubikmeter Wasser. „Der Erdaushub ist sehr gut gelaufen, obwohl ab und zu gesprengt werden musste“, so der Projektleiter. Kommenden Monat beginnen die Bauarbeiten für das Becken West, danach folgt das Becken Ost. Dehm geht davon aus, dass die komplette Baumaßnahme bereits Ende Juni 2019 abgeschlossen sein wird, vier Monate eher als geplant. „Nächstes Jahr um diese Zeit wird hier schon das Wasser gereinigt.“

Merklingens Bürgermeister Sven Kneipp erinnerte an die Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro, von denen das Land 64 Prozent übernimmt. In diesem Betrag sei der Rückbau der Kläranlage aber noch nicht enthalten. In diesem Zusammenhang nannte er unter anderem das Belebungsbecken, das Betriebsgebäude mit Garage sowie das Nachklärbecken, die von Mitte nächsten Jahres an nicht mehr gebraucht würden.

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