Freundschaft 25 Jahre Städtepartnerschaft gefeiert

Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 21.08.2018

Seit 25 Jahren währt die Städtefreundschaft zwischen der weißrussischen Stadt Neswisch und Laichingen. Bei den Feierlichkeiten zu dieser Städtefreundschaft in Laichingen vor geladenen Gästen bekräftigten beide Seiten, die vertraglich verankerten Beziehungen fortsetzen zu wollen. Bürgermeister Klaus Kaufmann stellt sich dazu einen Austausch zwischen Schülern sowie der Wirtschaft vor. Dr. Igor Schukow, leitender Arzt im Neswischer Krankenhaus und innerhalb der zwölfköpfigen Delegation Vertreter der „Gesellschaft Freunde von Neswisch“, zitierte dazu den deutschen Philosophen Immanuel Kant: „Schöpfung ist niemals vollendet.“

Zuvor hatte Andreas Raab von seinen ersten Begegnungen als damaliger Bürgermeister Laichingens mit einer Delegation von Neswischer Gewerkschaftlern erzählt, die im örtlichen Gasthof „Rössle“ Station gemacht hatten. „Der Nachmittag endete mit zahlreichen Schnäpsen“, erinnerte sich Raab mit einem verschmitzten Lächeln. Er hielt Kontakt mit Neswisch, auch unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Deren Auswirkungen betrafen auch die Einwohner des unweit davon gelegenen Neswisch.

„Erste Pionierin aus Laichingen in diesem in Deutschland unbekannten Weißrussland war die städtische Angestellte Andrea Moll-Hascher“, erzählte Raab. Mit ihr zusammen war er 1991 nach Neswisch gereist. Empfangen von Militärfahrzeugen, wurden die Laichinger in einen Wald voller „Bären“ gefahren, plauderte Raab aus dem Nähkästchen. Mitten im Wald wurden die zwei aus dem Kofferraum mit Speck und Wodka verköstigt. „Und die Bären entpuppten sich als Him- und Brombeeren.“ Sogar das weißrussische Fernsehen hat damals über den Besuch aus Laichingen berichtet. Das gab Probleme mit dem deutschen Außenministerium, berichtete Raab. Doch er habe zu dieser „Kommunalen Angelegenheit“ gestanden.

Zu der Städtefreundschaft, unter deren Vertrag Raab zwei Jahre später seine Unterschrift setzte, steht er bis heute. „Die vier Urkunden, die ich für Freund- und Partnerschaften unterzeichnet habe, waren das Sinnvollste in meiner über 40-jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit.“ Er ist der Überzeugung, dass kommunale Partnerschaften wesentlich besser für Freundschaften zwischen den Völkern geeignet sind, als alle politischen Maßnahmen.

West-Ost-Gruppe gegründet

Das damalige Stadtoberhaupt fand Unterstützung in einer sich dazu gegründeten Interessengruppe. Daraus hervorgegangen ist die Ortsgruppe der West-Ost-Gesellschaft in einer Zeit, in der viele solcher Gruppen entstanden. Die Ortsgruppe setzte sich zum Ziel, neben der humanitären Hilfe in Neswisch Freundschaften zu schließen und zu versöhnen, sagte WOG-Vorsitzender Joachim Claus. Die Mitglieder der WOG haben die ganze Zeit über die Verbindungen gepflegt und mit Leben gefüllt. Die Stadt ist nach der Ära Raab ausgestiegen, Klaus Kaufmann hat dann das von seinem Vorvorgänger gespannte Freundschaftsband wieder aufgegriffen.

Unterbringung und Ausflüge organisiert

Gastgeber Die Mitglieder der West-Ost-Gesellschaft (WOG) haben auch bei diesem viertägigen Besuch der Gäste aus Neswisch deren Unterbringung organisiert. Neben dem Besuch auf dem Laichinger Stadtfest hat die WOG ihre Gäste zu Ausflügen nach Blaubeuren und zum Hohlen Fels in Schelklingen eingeladen und eine Besichtigung beim Safthersteller Burkhardt in Machtolsheim ermöglicht. Am Montagvormittag sind die weißrussischen Gäste wieder abgereist.

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