Landwirtschaft 2019 wird im Kreis das Jahr der Landwirtschaft

Ernst Buck (links), Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen, und dessen Geschäftsführer Andreas Braig präsentieren eines der Schilder, die die Verbraucher aufklären sollen.
Ernst Buck (links), Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen, und dessen Geschäftsführer Andreas Braig präsentieren eines der Schilder, die die Verbraucher aufklären sollen. © Foto: Helga Mäckle
Alb-Donau-Kreis / Helga Mäckle 28.06.2018

Das Image der Landwirtschaft muss besser werden: Das hat sich Ernst Buck, Vorsitzender des Bauernverbands Ulm-Ehingen, zur Aufgabe gemacht: „Tagtäglich ist der Landwirt unterwegs, um Lebensmittel in hoher Qualität zu produzieren.“ Allein – das werde von den Verbrauchern nicht wahrgenommen. Und nicht geschätzt. „Wir müssen die Verbraucher wieder mit ins Boot holen.“ Deshalb soll das Jahr 2019 im Alb-Donau-Kreis das Jahr der Landwirtschaft werden, erklärte Buck, der in Holzkirch einen Schweinemastbetrieb bewirtschaftet, in einem Pressegespräch. Jeden Monat soll eine Aktion stattfinden, bei der die Landwirte und ihre Arbeit im Mittelpunkt stehen. Das soll nicht auf den Kreis beschränkt bleiben. Buck ist gestern und heute auf dem Deutschen Bauerntag in Wiesbaden, dort will er andere Bauernverbände für seine Aktion gewinnen.

Schilder sollen informieren

Ebenfalls zur Imageverbesserung beitragen soll eine Schilder-Aktion: 120 davon haben Mitglieder des Bauernverbands bereits an Feldern und Wiesen im Landkreis aufgestellt. Auf diesen wird beispielsweise erklärt, was Weizen ist – „ein Kraftpaket vom Acker und die wichtigste Brotgetreideart“. Auf dem Schild zu Mais steht: „Hier wächst Ihr Essen“. Erklärt wird auch, dass ein Hektar Mais so viel Sauerstoff produziert, wie 50 bis 60 Menschen im Jahr zum Leben brauchen. Über Mais als Rohstoff für die Energiegewinnung in Biogas-Anlagen steht nichts auf dem Schild – auch Buck liefert seinen Mais an eine Biogasanlage. Dass Mais-Monokulturen, wie es sie in manchen Regionen gibt, nicht das Gelbe vom Ei sind, lässt Ernst Buck gelten. Im Alb-Donau-Kreis gebe es solche nicht. Er schätzt, dass rund 25 Prozent der Anbaufläche mit Mais bepflanzt ist. Und er weist daraufhin, dass Mais in der Fruchtfolge, also beim zeitliche Aufeinanderfolgen verschiedener Kulturpflanzen, für den Boden eine wichtige Funktion einnehme.

„Wir müssen den Leuten die Kreisläufe in der Landwirtschaft erklären“, sagte Buck. Es könne doch nicht sein, dass ihm Spaziergänger den Stinkefinger zeigen, wenn er mit dem Güllefass auf seine Felder fahre. Dabei sei eben diese Gülle als Düngemittel immens wichtig: „Zwei Drittel der Nährstoffe auf den Äckern der Region kommen aus Gülle.“

Dann zeigt der Bauernverbandsvorsitzende den Pressevertretern eine Blühwiese. Einen Hektar Fläche hat Buck mit einer Samenmischung eingesät, deren Blüten Bienen, Hummeln und andere Insekten als Nahrungsquelle dienen. Er bekommt für diese ökologische Vorrangfläche 300 Euro im Jahr vom Land. „Und es freut mich, wie es hier summt und brummt.“ Einen kleinen Seitenhieb kann sich Buck nicht verkneifen: „Wenn ich da die Gärten mancher Einfamilienhäuser anschaue: vorne der Steingarten und hinten der Mähroboter. Da blüht nix mehr.“

Laut Buck haben etwa zehn Prozent der 3300 Mitglieder des Bauernverbands Ulm-Ehingen solche Blühstreifen angelegt, um etwas gegen das Insektenstreben zu tun. Wobei Buck nicht das Gefühl hat, dass es in Holzkirch weniger Insekten geworden sind. „Dieses Monitoring, da wurden doch zum Großteil in Großstädten gezählt.“

Durchschnittliche Ernte erwartet

Prognose Beim Getreide erwartet der Kreisbauernverband Ulm-Ehingen eine durchschnittliche Ernte. Die Vegetationsperiode habe dieses Jahr zwar spät angefangen, sagt der Vorsitzende Ernst Buck. Aber anschließend hätten die Pflanzen beim Wachstum ordentlich aufgeholt. Der Raps habe zum Beispiel deutlich früher geblüht als sonst. Mit dem Dreschen der Wintergerste wurde um Ehingen und Langenau herum schon begonnen. Auf der Alb werde es wohl Ende Juni mit der Ernte losgehen. Hagel dürfe es halt keinen mehr geben, fügt Buck hinzu. Und natürlich brauche es noch ordentlich Sonnenschein, damit das Getreide, vor allem der Weizen, vollends ausreifen kann. Für den Mais sehe es dieses Jahr gut aus, der stehe bereits außergewöhnlich hoch. „Der wird eine bessere Ernte abwerfen als letztes Jahr.“

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