Natur 100 Jahre alter Gemeinde-Apfelbaum bricht

Vom Apfelbaum gibt’s nur noch Bruchstücke.
Vom Apfelbaum gibt’s nur noch Bruchstücke. © Foto: Clemens Schenk.
Weihungszell / Clemens Schenk 23.08.2018

Für die Besitzer war er ein „Original“. Deshalb habe man den Apfelbaum auch noch in seinem hohen Alter von deutlich mehr als 100 Jahren stehen lassen. Jetzt ist er auseinandergebrochen. Hitze, Trockenheit und zum Schluss ein Sturm gaben ihm den Rest.   Als ein „Prachtexemplar von einem Baum“ bezeichnet ihn Eigentümer Josef Ströbele. Bis zum Schluss habe er schmackhafte Äpfel der Sorte „Cox Orange“ getragen. Heuer sogar ausgesprochen viele. „Ich kannte ihn schon  immer so“, erinnert sich Ströbele. Dabei ist der Hausherr „auch schon fast 90 Jahre alt“.

Der Bruch zeigt einen hohlen Stamm. Doch nicht immer sei ein Baum dann krank und  müsse aus Sicherheitsgründen gefällt werden, sagt Ströbele. Er glaubt, dass ein  Baum ganz genau wisse, was er tut, wenn er zulasse, dass Pilze und Mikroorganismen ihn innerlich aushöhlen. Denn: „Ein Hohlzylinder ist gegen Knickung stabiler als ein massiver.  Dies bestätigt auch die Eulersche Theorie der Knickung“. Ein hohler Baum vermöge größerem Winddruck standzuhalten, als ein massiver. Bei alten Bäumen mit ihren hohen und breiten Kronen, die dem Winddruck eine große Angriffsfläche bieten, sei das „Hohl-Sein“ also überlebenswichtig.

Was mit den Überbleibseln passiert? „Vielleicht sägen wir den urigen, wie mit Warzen bedeckten Stamm ab und machen einen Tisch daraus“, sinniert  Nachbar und Bruder Reinhard Ströbele. Jetzt haben erst einmal die im Garten grasenden Schafe an  Blättern und Äpfeln ihre wahre Freude.

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