Ebersbach / TOBIAS FLEGEL  Uhr
Rund 500 Beschäftigte aus der Metallindustrie demonstrierten am Donnerstag in Ebersbach für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Saftige Worte fielen am Donnerstag vor dem Tor des Stahlradherstellers Accuride in Ebersbach. Als eine Schweinerei hoch zehn bezeichnete der Vorsitzende des Betriebsrats Jens Zemihn die beabsichtigte Schließung des Standorts Mitte 2020. Ähnlich deutlich drückte sich der Geschäftsführer der IG Metall für den Raum Göppingen aus. „Das ist eine Sauerei“, schimpfte Martin Purschke. Die jahrelange Arbeit und die Zugeständnisse der Beschäftigten in schlechten Zeiten würdige die Unternehmensführung nicht.

Doch obwohl die Schließung des Werks beschlossene Sache zu sein scheint, nehmen die Beschäftigten des Stahlradherstellers in Ebersbach die Entscheidung nicht kampflos hin. „Das Einzige, was hilft, ist zusammenzustehen und unseren Unmut richtig herauszuschreien“, sagte Zemihn am Donnerstag. Der Vorsitzende des Betriebsrats demonstrierte ab 13 Uhr mit eigenen Kollegen sowie mit Beschäftigten von etlichen anderen metallverarbeitenden Betrieben im Kreis vor dem Werkstor von Accuride für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Nach Schätzungen der Gewerkschaft IG Metall nahmen etwa 500 Menschen an der Kundgebung teil. In einer Pressemitteilung bekundeten auch die Landtagsabgeordneten Peter Hofelich und Sascha Binder von der SPD ihre Solidarität mit den Teilnehmern.

Der Landtagsabgeordnete Peter Hofelich hat das ehemalige Südrad-Werk in Ebersbach besucht, das geschlossen werden soll.

Der Vorsitzende des Accuride-Betriebsrats hält die geplante Schließung des Werks in Ebersbach für Kalkül. „Die wussten genau, was für ein Unternehmen sie kaufen“, sagte Zemihn. Der Abschluss des Verkaufs von Mefro Wheels an den heutigen Eigentümer Accuride aus den USA habe sich über Jahre hingezogen. Die wichtigen Kennzahlen habe der Käufer gekannt.

Erst am Vormittag hatte die Geschäftsleitung von Accuride in Ebersbach dem Betriebsrat einen erneuten Tiefschlag verpasst. Bei einem ersten Gespräch nach Bekanntwerden der Schließungsabsichten teilten sie den Arbeitnehmervertretern mit, dass es für das Aus keine Alternative gebe. Ein Verkauf des Standorts schließe die Unternehmensführung aus.

Der Betriebsrat fordert von der Geschäftsleitung vollständige Unterlagen, um Alternativen prüfen zu können.

Diese Entscheidung wollen Betriebsrat und IG Metall nicht hinnehmen. Sie wollen in Gesprächen nach Alternativen suchen. Martin Purschke zufolge sind eine Weiterführung des Werks denkbar, ein Verkauf oder der Umstieg auf andere Produkte.

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