Landkreis Hall/Hohenlohe / Norbert Acker Im Wald und auf den Feldern der Region wird  mehr Regen benötigt. Die Früchte auf den Feldern sehen zurzeit gut aus, im Forst sieht die Lage durch den dürren Sommer 2018 angespannter aus.

Auch wenn es in den vergangenen Wochen immer wieder zu teils ergiebigen Regenfällen gekommen ist, für die Experten im Landwirtschaftsamt und der Forstverwaltung des Landkreises ist das noch kein Grund zur Entwarnung. Ein erneuter Dürresommer ist nicht ausgeschlossen.

Seit 2015 regnet es zu wenig

Der Regen reiche bislang nicht, um genügend Wasser in den Acker- und Waldböden zu speichern, sagt Dr. Andreas Wickel, Leiter des Forstamts des Landkreises Schwäbisch Hall. „Je nach Bodenart herrscht in über 20 bis 30 Zentimeter Tiefe weiter Trockenheit. Da dort die Waldbäume wurzeln, sind diese weiter dramatisch unterversorgt mit Regenwasser“, so der Forstexperte. Wie viel Wasser es noch bräuchte, hänge allerdings sehr von der Art der Niederschläge ab. „Starkregen dringt zum Beispiel kaum in den Boden ein und läuft nur oberflächlich ab. Erinnern Sie sich nur an das Starkregenereignis in Braunsbach Ende Mai 2016“, sagt Wickel. Grob geschätzt bestehe das aktuelle Niederschlagsdefizit im Wald, das sich seit 2015 aufgebaut hat, bei 2,5 Jahresniederschlägen.

Urwüchsige Exoten grasen in Schrozberg-Standorf auf einer Weide – und ziehen viele Besucher an.

Die Trockenheit führt im Wald zu weiteren Problemen. Seit Herbst vergangenen Jahres sei infolge des  extrem trockenen und heißen Sommers eine Massenvermehrung insbesondere von Borkenkäfern und Rüsselkäfern zu beobachten. Der Anfall des Käferholzes sei so groß, dass die Waldbesitzer kaum mit der Aufarbeitung des Käferholzes nachkämen.  „Der Nadelholzmarkt ist zusammengebrochen. Das Preisdiktat der großen Sägewerke ruiniert die Waldbesitzer“, so Wickel. Eine Gefahr von Waldbränden sieht er zurzeit nicht auf die Region zukommen. Diese sei erst nach längeren Trockenperioden mit verdorrter Boden- und Gebüschvegetation zu erwarten.  Aktuell bestehe keine Gefahr, die Vegetation in den Wäldern sei noch „grün und satt“.

Unter langjährigem Regen-Durchschnitt

Für den Ausbau in Hohenlohe sollen Grundstückseigner und Landwirte Flächen hergeben. Das RP will den Landverlust auf mehrere Schultern verteilen. Die Bauern lehnen diese Flurneuordnung ab.

Für die landwirtschaftlichen Kulturen ist die Niederschlagsverteilung während der Vegetationszeit entscheidend. Vor allem in den Hauptwachstumsmonaten April, Mai, Juni und Juli sollte es ausreichend regnen. „In den vergangenen zehn Jahren  lagen wir bei den Niederschlägen in acht Jahren unter dem langjährigen Durchschnitt“, gibt Werner Balbach, Leiter des Landwirtschaftsamts in Ilshofen, zu bedenken. Eine ausreichende Grundwasserbildung habe so in den vergangenen Jahren nicht stattfinden können. Auch wenn er noch keine Prognose zum Ausfall der diesjährigen Ernte stellen will, „die Bestände sehen bisher gut aus“.

Für die kommenden Monate wären regelmäßige ausreichende Niederschläge bei nicht zu hohen Temperaturen von Vorteil, die Gefahr der Spätfröste sei wahrscheinlich vorbei. „Wir erwarten die in unserer Region üblicherweise auftretenden Krankheiten und Schädlinge. Unsere Pflanzenbauexperten beobachten die Situation im Landkreis genau und informieren die Landwirte regelmäßig über die Entwicklung von Schadorganismen zeitnah per E-Mail“, erklärt Balbach. In den vergangenen Wochen habe es wiederholt Feldbegehungen mit vielen Landwirten gegeben. „Wir hoffen auf einen ausgeglichenen Witterungsverlauf mit einer dann hoffentlich guten Ernte“, so Balbach.

Zu wenig Wasser an den Baumwurzeln

In der Tat sei es so, dass die Bodenwasservorräte immer noch erschöpft sind. „Auf der anderen Seite  ist es nicht dienlich, aus jeder Wettersituation eine außergewöhnliche Angelegenheit zu machen“, sagt Helmut Bleher, Geschäftsführer des Bauernverbands Schwäbisch Hall-Hohenlohe-Rems mit Sitz in Untermünkheim. Das Wetter sei vielfältig, unkalkulierbar und jedes Jahr anders. Das Wesen der Landwirtschaft sei in der Abhängigkeit vom Wetter begründet.  „Momentan stehen die Früchte recht gut, das zur Verfügung stehende Wasser reicht, auch wenn die Bodenvorräte weiter gefüllt werden müssen“, sagt Bleher. „Wenn es weiter gut verteilt weiterregnet, sehen wir einer ordentlichen Ernte entgegen.“

Bis dahin könne aber noch viel  passieren. Mit der Feuchte kämen leider auch die Pilze, die den gewachsenen Ertrag schnell vernichten könnten. „Unsere Landwirte sind deshalb darauf angewiesen und bedacht, die Pflanzen mit Fungiziden zur Vermeidung von Pilzinfektionen wie Rost, Brand und Mehltau zu schützen“, erklärt Bleher.

Info Über die Niederschlagsverteilung im Landkreis gibt es im Internet Infos unter www.wetter-bw.de.

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