Ein Polizeisprecher sagte dem "Südkurier", die Suche nach dem Täter gehe nun im Rahmen der üblichen Polizeiarbeit weiter. Es gebe noch immer Spuren und Ansätze, die abgearbeitet würden.

Die 64-Jährige war im Sommer 2012 beim Joggen in einem Waldstück erstochen worden. Der Fall hatte monatelang für Aufsehen und heftige Kritik an der Arbeit der Polizei gesorgt. Denn die Fahnder hatten sich sehr schnell allein auf den Ehemann des Opfers als Täter konzentriert. Doch vor Gericht kamen immer neue Fehler und Ungereimtheiten bei der Polizeiarbeit ans Licht, so dass der 68-Jährige den Gerichtssaal als freier Mann verließ.

Für Aufregung hatte in Pfullendorf auch gesorgt, dass ein Holzkreuz, das am Tatort an die 64-Jährige erinnerte, immer wieder gestohlen wurde. Schließlich stellte die Polizei eine Kamera auf und erwischte einen Mann, der das Kreuz aus dem Boden zog und mitnahm. Intensiv haben die Ermittler ihn daraufhin überprüft, doch mit dem Mord hatte er wohl nichts zu tun.

Im November erregte dann ein Prozess gegen einen ehemaligen Soldaten aus Pfullendorf Aufmerksamkeit, der als mutmaßlicher Vergewaltiger vor Gericht stand. Bei ihm fanden die Ermittler ein ungewöhnliches Messer, das als Tatwaffe für den Mord an der Joggerin infrage kam. Kriminaltechniker untersuchten die Waffe, fanden aber wieder keine Verbindung zu dem gewaltsamen Tod der 64-Jährigen. Da Mord niemals verjähre, werde die Akte aber nicht geschlossen, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen gingen weiter.