Ob eine Schule geschlossen werden muss, wie der Zugang zum Gymnasium funktioniert, ob behinderte Kinder in der Klasse des Sohnes oder der Tochter mitlernen: All das bekommen Eltern, Schüler, Lehrer hautnah mit.

Gleichzeitig ist die Bildungspolitik noch immer das Feld, in dem Ideologie gerne als unumstößliche Wahrheit verkündet wird. Ob Parteien oder Verbände: Jeder scheint ganz genau zu wissen, wie Schule zu funktionieren hat – und was gerade mächtig schief läuft. Dabei ist die Fakten-Basis oft dünn, sind wirklich gesicherte Forschungsergebnisse Mangelware – und der Alltag an den Schulen sieht meist ganz anders aus als in Fensterreden.

In unserer Serie wollen wir von Samstag an bis zu den Sommerferien die wichtigsten Bildungs-Themen in Baden-Württemberg behandeln. Wie funktionieren Gemeinschaftsschulen? Wie verändert die Inklusion den Alltag an den Schulen? Wie stressig ist das G8 wirklich? All diesen Fragen und vielen mehr wollen wir uns in annehmen. Dabei haben wir uns zwei Dinge vorgenommen.

Erstens: Wir möchten jene begleiten und zu Wort kommen lassen, die jeden Tag direkt betroffen sind: Lehrer, Schüler, Eltern. All die Regierungs- und Parteisprecher sowie die mächtigen Verbände, die sonst die Bildungs-Debatte so sehr beherrschen, haben weitgehend Pause – spätestens im Wahlkampf werden wir noch oft genug von ihnen hören. Wichtige Grundpositionen aus der Politik und zentrale Fakten liefern wir in jeder Folge in aller Kürze in einem eigenen Info-Block unter dem Haupttext.

Zweitens wollen wir die Themen möglichst durch zwei (oder mehr) gegensätzliche Blickwinkel beleuchten. In der Geschichte von Samstag lesen Sie etwa, wie sich der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung auf den Alltag an den weiterführenden Schularten ausgewirkt hat; (die besondere Lage der Haupt-und Werkrealschulen werden später wir in einer eigenen Folge beleuchten). Wir sind überzeugt: Die eine, die einfache, allgemeingültige Wahrheit, die gibt es, wenn es um Schule geht, nicht.