Heidenheim Zeuge im Fall Bögerl vernommen

ERWIN BACHMANN 19.02.2015
Bringt der neue Zeuge Bewegung in die Ermittlungen im Mordfall Bögerl? Der Mann ist inzwischen zwei Mal von der Kripo vernommen worden.

Hat der 46-Jährige ausgepackt, der behauptet, Maria Bögerls Mörder zu kennen? Das behält die Staatsanwaltschaft Ellwangen für sich. Die Behörde nennt auch keine Einzelheiten zu Aufenthaltsort und Lebensumständen des Mannes, der sich aus den Niederlanden gemeldet hat. Pressestaatsanwalt Armin Burger bestätigte Anfang der Woche "direkten Kontakt mit dem Mann" und gestern die Informationen der Bildzeitung, wonach die Kontaktaufnahme bereits zwei Wochen zurück liegt. Dass die mehr als vierstündige Zeugenvernehmung nicht in Ellwangen oder bei der Ulmer Polizei, sondern im Stuttgarter Polizeipräsidium stattgefunden hat, ist eher zufällig: Die Befragung erfolgt dort, wo sich der Zeuge gerade aufhält. Was auch erklärt, warum eine zweite Vernehmung am Dienstag dieser Woche in München erfolgt ist, wo der Zeuge privat unterwegs war, als die Ermittler nachfassten und ihn in eine Polizeidienststelle einbestellten.

Die zu Protokoll genommenen Aussagen werden jetzt überprüft und verifiziert, was nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Ellwangen einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen kann. Zu Inhalten der Gespräche schweigt man sich aus, womit offen bleibt, ob der Mann Namen genannt hat. Keinerlei Angaben gibt es auch zur Frage, wie belastbar die von dem Zeugen gegebenen Hinweise sind. Der Mann behauptet anscheinend auch, dass die Polizei vor der Entführung gewarnt worden sein soll.

Über die Glaubwürdigkeit des Mannes, der sich mittlerweile wieder im Ausland befinden soll, kann weiterhin nur spekuliert werden. In Augsburg, wo er früher zu Hause war, ist er in der Erinnerung von Ermittlern eher als notorischer Betrüger haften geblieben. Auch Hinweise aus dem Umfeld der Soko "Flagge" lassen nicht erkennen, das man dort glaubt, vor dem Durchbruch im Ermittlungsverfahren zu stehen. Der angebliche Zeuge hat selbst Ärger mit der Justiz und hat signalisiert, aus seiner Aussagebereitschaft Vorteile in eigener Sache herausschlagen zu wollen.

Die Heidenheimerin Maria Bögerl war im Mai 2010 entführt und ermordet worden.