Berlin/Mannheim Zentrum für Asylverfahren in Mannheim

EPD/DPA 06.10.2015
Um Asylverfahren zu beschleunigen, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge am Montag drei neue sogenannte Entscheidungszentren eröffnet.

In den Einrichtungen in Berlin, Bonn und Mannheim sollen vor allem entscheidungsreife Verfahren von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Eritrea konzentriert werden, wie das Bundesamt mitteilte. Menschen aus diesen drei Ländern werden in der Regel als Flüchtlinge anerkannt. Insgesamt verfügt die Bundesbehörde dann über vier Entscheidungszentren. Anfang Juli nahm bereits ein Zentrum am Hauptsitz des Amts in Nürnberg den Betrieb auf.

Nach Angaben der Behörde sollen in den Zentren jeweils 50 Entscheider arbeiten. Bei entscheidungsreifen Fällen sind demnach keine persönlichen Anhörungen nötig. Ziel ist es, Zehntausende anhängige Verfahren abzuschließen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge steht unter Druck. Mehr als 250.000 Asylverfahren sind derzeit unbearbeitet, weil das Aufkommen zu groß ist. Zudem ist die Behörde bemüht, Asylverfahren schneller abzuschließen als bisher, um schneller Klarheit über die Perspektiven der Asylantragsteller zu bekommen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) war im August davon ausgegangen, dass in den Zentren binnen eines halben Jahres rund 200.000 Entscheidungen gefällt würden.