Stuttgart / DPA

Wann Lehrer und Schüler im Südwesten mit der seit langem angekündigten Bildungsplattform rechnen können, bleibt zunächst unklar. Vertreter der Landesregierung kündigten aber am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags an, am 11. April darüber informieren zu wollen, wie es nach dem Aus von „ella“ weitergeht.

Der Start der Bildungsplattform „ella“ musste im Februar 2018 wegen gravierender technischer Probleme verschoben werden. Im September verkündete Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) einen Neustart mit einer neuen Ausschreibung der technischen Leistungen - ohne den Zweckverband Iteos, der mit der Umsetzung von „ella“ beauftragt war.

SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei sagte: „Die Landesregierung hat die Bildungsplattform „ella“ gegen die Wand gefahren, und da klebt sie immer noch.“ Seine Fraktion fordere einen verbindlichen Zeitplan dazu, wie es weitergehe. Auch FDP-Bildungsexperte Timm Kern bemängelte, es sei unklar, wann die Bildungsplattform komme.

Das Thema sorgt auch in der grün-schwarzen Koalition von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für Unmut. Die Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser kritisierte laut „Südwest-Presse“ (Donnerstag), es gebe keinen schlüssigen Plan für die Projektstruktur nach „ella“. Das Kultusministerium entgegnete: „Wir verfolgen das Thema mit Hochdruck, allerdings mit der gebotenen Sorgfalt.“ Es gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit, damit sich die handwerklichen Fehler der Vergangenheit nicht wiederholten.

Das Land Baden-Württemberg hatte bereits eine Anzahlung von 6,5 Millionen Euro geleistet, die zurückgefordert wird. Iteos wiederum fordert vom Land weitere 20 Millionen Euro. Der Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnologie, Stefan Krebs, sagte, notfalls werde man die finanziellen Fragen vor Gericht klären.