Südwesten Zahl der kleinen Waffenscheine seit 2014 stark erhöht

In Baden-Württemberg hat die Anzahl an kleinen Waffenscheinen zugenommen. Foto: Daniel Karmann/Illustration
In Baden-Württemberg hat die Anzahl an kleinen Waffenscheinen zugenommen. Foto: Daniel Karmann/Illustration © Foto: Daniel Karmann
Stuttgart / DPA 22.06.2018
Die Zahl der kleinen Waffenscheine hat sich im Südwesten in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt.

Die Zahl der kleinen Waffenscheine hat sich im Südwesten in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Waren Ende 2014 noch rund 40.000 Scheine gespeichert, betrug die Zahl im März 2018 rund 77.300. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage im Landtag hervor, die in Stuttgart veröffentlicht wurde.

Ein Ministeriumssprecher nannte als einen Grund, dass sich die Menschen in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt gesehen und deshalb vermehrt den kleinen Waffenschein beantragt hätten. Dieser ist etwa nötig für Schreckschusswaffen und Signalwaffen. In dem erfassten Zeitraum lag die Flüchtlingskrise.

Die Zahl der Besitzer von echten Schusswaffen nahm von 2014 bis 2018 allerdings ab - von 124.128 Menschen auf 117.962. Eine Rolle dürfte dabei die noch laufende Amnestieregelung spielen, nach der auch illegal erworbene Waffen straffrei zurückgegeben werden können.

Im März 2018 galten 409 Waffen in Baden-Württemberg als gestohlen gemeldet - weitere 2122 Waffen sind auf andere Weise abhanden gekommen. Rund 2300 Personen dürfen in Baden-Württemberg überhaupt keine Waffe besitzen. Ihnen wurde ein Waffenverbot erteilt, weil sie unter anderem drogen- oder alkoholabhängig oder vorbestraft sind. Bei Straftaten 2017 wurde 582 Mal mit einer Waffe geschossen und 323 Mal mit einer Waffe gedroht. Damit stiegen die absoluten Zahlen. 2013 waren 249 Taten erfasst worden, bei denen die Täter mit einer Schusswaffe drohten und 259 Taten, bei denen geschossen wurde.

Antwort auf parlamentarische Anfrage

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