Etwa vor einem Monat ist der Sohn des Schrauben-Milliardärs Reinhold Würth entführt worden. Am Mittwoch hat die Polizei in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" weitere Details der Entführung bekannt gegeben. Eine Aufnahme mit der Stimme des Erpressers wurde vorgespielt. In gebrochenem und oft fehlerhaftem Deutsch gibt der Mann in Telefonaten mit den Eltern des Entführungsopfers Anweisungen, unter anderem zur geplanten Geldübergabe. „Ich werde bei der Autobahn warten, an rechte Seite“, sagt der Täter einmal.  Zu hören sind unter anderem auch die Sätze: „Ja, Sie bekommen ihr Kind, ist kein Problem“ und: „Es geht um Leben und Tod.“ Über eine Hotline (0800-1103333) können die Stimmaufnahmen angehört werden.

Die geplante Geldübergabe scheiterte. Warum, sei noch nicht geklärt. Vermutet würden Probleme im Zeitablauf auf Täterseite, sagte Staatsanwalt Hauburger gegenüber der dpa. Aber: „Sicher wissen wir das nicht.“

Der behinderte Sohn von Würth war am 17. Juni im osthessischen Schlitz entführt worden. Der 50-Jährige lebte dort in einer Wohngemeinschaft für behinderte und nicht-behinderte Menschen. Einen Tag später wurde er nach Angaben der Ermittler in einem Waldgebiet bei Würzburg gefunden - an einen Baum gekettet, aber unversehrt. Diese Kette zeigten die Ermittler in der Sendung am Mittwoch.  

Die Ermittler fahnden mit einem Phantombild nach einem mutmaßlichen Täter und einem Transporter.
Gesucht werde ein weißer Kastenwagen mit roter Firmenaufschrift. Das Fahrzeug sei am Entführungstag Mitte Juni und auch Tage zuvor im Raum Schlitz in Hessen gesehen worden. Der Fahrer des Wagens soll laut
Polizei zwischen 30 und 50 Jahre alt und unrasiert gewesen sein. Er soll zudem kurze, dunkle Haare und ein schmales Gesicht gehabt haben. 

Info: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. Zuständig ist die Kripo Fulda, Telefon: 0800 / 110 33 33