Die direkte Anbindung der Gäubahn an den Flughafen hält Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) für "unschlagbar". Deshalb gibt er auch der Empfehlung der Teilnehmer des Filderdialogs wenig Chancen. Die Dialogrunde schlägt vor, dass Reisende auf der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen umsteigen und mit der S-Bahn zum Flughafen fahren. Dadurch würde ein Mischverkehr und mehr Lärm auf den Fildern vermieden. Eine Position, mit der auch Verkehrsminister Winfried Hermann sympathisiert.

Wolf, nach wie vor Vorsitzender des Interessenverbandes Gäubahn, erinnerte vor dem Tübinger Presseclub an die abgeschlossenen Verträge, die eine direkte Verbindung der Gäubahn zum Flughafen vorschreiben. Dazu gehört auch der Vertrag von Lugano mit der Schweiz, in dem sich die Bahn, auch aus Gründen der Zeitersparnis, zum direkten Anschluss verpflichtet. Die Bahn werde beim nächsten Zusammentreffen der Stuttgart 21-Projektpartner an dem bisher Vereinbarten festhalten, sagte Wolf voraus. "Aus meiner Sicht ist das Ergebnis klar." Auch werde sich die Bahn nicht auf eine Streckenführung über Tübingen, Reutlingen und Wendlingen einlassen. Dafür machen sich mehrere Oberbürgermeister und Landräte der Kreise Reutlingen und Tübingen stark. Wolf sprach sich aber dafür aus, die Strecke Tübingen - Horb baldigst zu elektrifizieren.

Eine Abweichung von den bisherigen Zielen bedeutete Wolf zufolge ein Affront gegenüber der Bevölkerung entlang der Gäubahn. Der Zustimmungsgrad beim Volksentscheid über Stuttgart 21 sei im Gäubahn-Einzugsgebiet sehr hoch gewesen. Nach Wolfs Meinung ist der Filderdialog zu spät gekommen. Wenn man Bürger beteiligen wolle, müsse man am richtigen Zeitpunkt ansetzen.