Mannheim Wissenschaftler begrüßt späteren Fremdsprachenerwerb

Henning Lobin, neuer Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS), steht in der Bibliothek. Foto: Uwe Anspach/aktuell
Henning Lobin, neuer Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS), steht in der Bibliothek. Foto: Uwe Anspach/aktuell © Foto: Uwe Anspach
Mannheim / DPA 03.09.2018

Der Leiter des Instituts für Deutsche Sprache, Henning Lobin, kann die Verschiebung der ersten Fremdsprache an den Südwest-Grundschulen zugunsten von Deutsch gut nachvollziehen. „Beim sehr frühen schulischen Zweitsprachenerwerb ging man von der These aus, dass Deutsch schon beherrscht wird“, sagte Lobin der Deutschen Presse-Agentur in Mannheim. Heute bestehe darüber keine Gewissheit mehr. „Es kann zu Verwirrung führen, wenn Migrantenkinder die deutsche Sprache noch nicht können, aber mit einer weiteren Sprache beginnen sollen.“ Voraussetzung für den Fremdsprachenerwerb sei, die deutsche Sprache möglichst gut zu beherrschen. Ansonsten sollten junge Migranten nicht mit einer neuen Sprache anfangen.

Für Schulanfänger steht ab dem neuen Schuljahr erstmals keine Fremdsprache mehr auf dem Stundenplan. Englisch und auf der Rhein-Schiene Französisch wird erst vom dritten Schuljahr an gelehrt. Stattdessen sollen die Basis-Kompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen gestärkt werden. „Die gewonnene Zeit ist sehr gut investiert im Bereich der deutschen Sprache“, betonte der Linguist, der das Institut seit Anfang August leitet.

Institut für Deutsche Sprache

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