Ravensburg Wieder erhängt sich Häftling in JVA Ravensburg

Ravensburg / WAL 24.08.2016

Es ist in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Ravensburg der zweite Suizid innerhalb einer Woche: Am Montag gegen 7.40 Uhr ist ein 46-jähriger Wohnsitzloser erhängt in einer Einzelzelle aufgefunden worden. Er sollte eine Ersatzfreiheitsstrafe von 41 Tagen verbüßen, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlen konnte. Die hatte er wegen Körperverletzung verhängt bekommen. In einer Stellungnahme informiert der Anstaltsleiter Thomas Mönig, der Anstaltsarzt habe den Mann untersucht, aber keine Anzeichen für eine Suizidgefahr entdeckt. Deshalb sei der Häftling auf eigenen Wunsch hin am 19. August in einer Einzelzelle untergebracht worden. Dort habe er sich mit seinem Gürtel erhängt.

Eine Woche zuvor war ein 53-jähriger Mann von Mithäftlingen auf der Toilette mit einem Bettlaken erhängt aufgefunden worden. Der Mann stand im Verdacht, seine Ehefrau und die beiden 14 und 18 Jahre alten Stieftöchter getötet zu haben. Deshalb saß er in Untersuchungshaft.

Aus Sicht des Justizministeriums sind der JVA-Leitung keine Versäumnisse vorzuwerfen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, „dass die dichte zeitliche Abfolge der beiden Suizide nicht lediglich zufällig begründet wäre“, heißt es in einer Stellungnahme. Es waren in der JVA Ravensburg die zwei ersten Suizide in diesem Jahr. Insgesamt gab es in den Gefängnissen des Landes in diesem Jahr bislang neun Suizide von Gefangenen. 2015 waren es sieben.wal

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