Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) kämpft bei einer Postenbesetzung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg mit juristischen Hürden. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ am Montag berichtet, kann sie wegen einer einstweiligen Verfügung des Verwaltungsgerichts Stuttgart die Position des Vizepräsidenten der DHBW mit dem 2017 gewählten Kandidaten nicht besetzen. Gegen die Besetzung hatten zwei unterlegene Bewerber geklagt. Bauer soll durch ein Vorgespräch mit einer Personalagentur unzulässigen Einfluss auf die Entscheidung genommen haben, so der Vorwurf. Auch ist das Anforderungsprofil an den Posten aus Sicht der Kammer nachträglich auf unzulässige Weise verändert worden. Das Ministerium legte gegen die Verfügung des Gerichts Beschwerde ein.

Die Ministerin weist alle Vorwürfe zurück. „Ich habe meine Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende der DHBW und Vorsitzende der Findungskommission wahrgenommen“, sagte Bauer der dpa. In der Position müsse sie das Profil des gesuchten Kandidaten mit der Personalagentur besprechen. „Anders könnte eine Agentur kaum bei einer professionellen Kandidatensuche unterstützen“, sagte Bauer. „Der Vorwurf der Mauschelei ist deshalb hanebüchen!“

Bauer steht zudem wegen des Umgangs mit der Affäre um fragwürdige Zulagen für Professoren in der Kritik - es geht um unrechtmäßig gezahlte Zulagen für Professoren der Beamtenhochschule in Ludwigsburg und die damit einhergehende Abwahl der Rektorin der Hochschule, Claudia Stöckle. „Die Mauschelei bei der Wahl des DHBW-Vizepräsidenten und die rechtswidrige Entlassung der ehemaligen Rektorin der Verwaltungshochschule zeigen, wie wenig Frau Bauer ihrem Amt gewachsen ist“, sagte SPD-Generalsekretär Sascha Binder der dpa.