Manfred Heinzler, kaufmännischer Geschäftsführer der Zollernalb-Klinikums, bestätigte die Maßnahme auf Anfrage knapp. Sie stehe in Zusammenhang mit Revisionsmaßnahmen.

Laut Recherche wurde die Brandsicherheitswache vom Landratsamt angeordnet; je zwei Feuerwehrleute halten sich seit einigen Tagen rund um die Uhr in der Klinik auf. Sie sollen im Falle eines Brandes sofort versuchen, das Feuer zu löschen – oder mit der Evakuierung beginnen. Kreisbrandmeister Stefan Hermann war am Montag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Informationen, die den Feuerwehren im Raum Balingen seit einigen Tagen vorliegen, klingen beunruhigend. Demnach soll eine Firma – die mittlerweile Insolvenz angemeldet hat – unter anderem bei der Verlegung von Rohren derart geschlampt haben, dass die sogenannten Brandabschnitte nicht mehr funktionieren. Sie sorgen eigentlich dafür, dass im Falle eines Brandes der Rauch nicht durch alle Stationen zieht. Dies ist nach neuesten Erkenntnissen des Landratsamts offenkundig nicht mehr sichergestellt.

Mit der sogenannten Brandsicherheitswache, die zunächst bis Ende Januar geplant ist, soll offenbar der Betrieb der Klinik bis zur Behebung der Probleme sichergestellt werden. Feuerwehrleute im Raum Balingen sind dazu aufgerufen worden, sich für diesen Brandsicherheitsdienst, der Recherchen unserer Zeitung zufolge mit 12 Euro pro Stunde vergütet wird, bereitzustellen.

In einem aktuellen Schreiben aus der Vorstandschaft des Kreis-DRK, das der Redaktion vorliegt, heißt es zudem:

  • Bereitstellungsraum für ALLE Einsatzkräfte, auch Rettungsdienst, sind die Parkplätze beim DRK-Forum Balingen, dies ist für die Raumordnung vor der Klinik unbedingt notwendig und zwingend einzuhalten. Anfahrende Einsatzkräfte sind frühzeitig von der ILS (Integrierte Leitstelle, Anm. d. Red.) davon zu unterrichten.
  • Bei Brandmeldeanlagen Klinikum Balingen wie auch bei Mitteilungen über einen Brand im Klinikum Balingen bitte sofort (ohne Abwarten von Rückmeldungen) nach MANV 1 (Massenanfall von Verletzten, Anm. d. Red) alarmieren, zusätzlich den H-RTW (Rettungswagen, Anm. d. Red.) Geislingen und TuS-Geislingen (Technik und Sicherheit, Anm. der Red.).
  • Vor Ort zur Klinik fahren NUR die Fahrzeuge des OrgL (Organisatorischer Leiter Rettungsdienst, Anm. d. Red) und der KBL (Kreisbereitschaftsleiter, Anm. d. Red).
  • Die Organisation und Struktur am Bereitstellungsraum übernimmt der ELW (Einsatzleitwagen, Anm. d. Red) der Bereitschaft Balingen. Dieser führt eine Kräfteübersicht. Sind weitere Rettungsmittel direkt vor der Klinik oder im näheren Bereich notwendig werden diese vom OrgL/KBL über den ELW der BR Balingen gezielt abgerufen.

Offenbar wurden auch die Alarmpläne der Feuerwehren der neuen Situation angepasst: Im Falle eines Brandalarms in der Klinik rücken angesichts der neuen Erkenntnisse ab sofort weitere Abteilungen aus, sodass sofort ein Großaufgebot an Einsatzkräften zur Verfügung steht.