Gutachten Rechnungshof stellt kleine Grundschulen in Frage

Weitreichende Vorschläge zum Lehrereinsatz hat der Landesrechnungshof gemacht.
Weitreichende Vorschläge zum Lehrereinsatz hat der Landesrechnungshof gemacht. © Foto: Julian Stratenschulte
Stuttgart / Axel Habermehl 14.06.2018
Der Rechnungshof macht in seinem Gutachten zum Lehrereinsatz für das Kultusministerium weitreichende Vorschläge.

Landesrechnungshof macht weitreichende Vorschläge Weniger Schulversuche, weniger Lehrerabordnungen, kleine Grundschulen auf den Prüfstand Axel Habermehl Stuttgart. Der Landesrechnungshof empfiehlt der Regierung von Baden-Württemberg weitreichende Änderungen beim Einsatz seiner Lehrer. Das geht nach Informationen dieser Zeitung aus einem gestern an das Kultus- und das Finanzministerium übergebenen Gutachten hervor.

Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, rät der Rechnungshof Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) unter anderem, Grundschulen in die regionale Schulentwicklung einzubeziehen und kleine Standorte zu konsolidieren. Das könnte letztlich auf die Schließung kleiner Grundschulen zielen, was politisch riskant ist, weil es dem Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ zuwiderliefe. Außerdem empfehlen die unabhängigen Prüfer, sogenannte Abordnungen von Lehrern, also außerschulische Verwendungen und Sonderverwendungen, zu reduzieren, um mehr Kräfte in den Unterricht zu stecken.

Auch solle die Zahl der Schulversuche reduziert werden. Die stehen ohnehin auf dem Prüfstand, im Kultusministerium spricht man von „Wildwuchs“. Letzten Dezember berichtete Eisenmann auf eine kleine Anfrage der SPD hin, es gebe landesweit 132 Schulversuche, offenbar entsprechen nicht alle den Vorgaben. Zudem schlagen die Prüfer vor, eine Jahresarbeitszeit für Lehrer einzuführen, statt des bisherigen Wochendeputats.

Wie zu hören ist, ist man im Kultusministerium nicht sonderlich begeistert von dem Gutachten und den Empfehlungen. Vieles sei sehr allgemein, angesichts der langen Bearbeitungsdauer habe man sich mehr versprochen, ist zu hören.

Die Untersuchung zu „Ressourcensteuerung und Konsolidierungsmöglichkeiten im Lehrkräftebereich“ haben Kultus- und Finanzministerium bereits Ende 2016 in Auftrag gegeben, die Übergabe wurde mehrfach verschoben. Die Landesregierung will das rund 100-seitige Papier nun auswerten. Kommende Woche soll es ins Internet gestellt werden.