Die Landesregierung hat einen Pakt zur Weiterbildung ins Leben gerufen - allerdings ohne Beteiligung der Wirtschaftsverbände. Gestern sei das Bündnis mit 15 Verbänden und Organisationen und Kirchen geschlossen worden, teilte das Kultusministerium mit. Er soll die Grundlage für die Weiterbildungspolitik der kommenden fünf Jahre bilden und das im Sommer in Kraft getretene Bildungszeitgesetz mit Leben füllen.

Wichtige Themen seien neben der wachsenden Digitalisierung, der Ausbau der Grundbildung sowie Fachkräftesicherung. Unter den Verbänden, die sich an dem Pakt beteiligt haben, sind Bildungsträger von Gewerkschaften und Kirchen sowie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Wirtschaftsverbände und -kammern hatten sich gegen eine Teilnahme gesperrt. Sie hatten das Bildungszeitgesetz, das Arbeitnehmern freie Tage für Weiterbildung gewährt, abgelehnt. Auch auf mehrfache Einladung hätten sie sich nicht beteiligt, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger kritisierte: Der Pakt finde ohne Beteiligung der Wirtschaft statt. "Unter diesen Voraussetzungen ist es undenkbar, dass der Pakt Impulse für eine Weiterbildung und Qualifizierung geben wird." Es gebe eine Öffnungsklausel, so dass sich weitere Verbände noch anschließen könnten, sagte die Ministeriumssprecherin.