Gymnasium Was Sie schon immer zum Abi wissen wollten

Ordentliche Verpflegung, wunde Finger: An den allgemein bildenden Gymnasien starten die Abi-Prüfungen. Los geht es im Fach Deutsch.
Ordentliche Verpflegung, wunde Finger: An den allgemein bildenden Gymnasien starten die Abi-Prüfungen. Los geht es im Fach Deutsch. © Foto: Felix Kästle/dpa
Stuttgart / Axel Habermehl 17.04.2018
Es geht los: Die Abi-Prüfungen an Gymnasien starten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten.

Landauf landab flattern Glückwunsch-Grüße auf Bettlaken und ähnlichen Transparenten an Schulhäusern und verkünden: Es ist Abi-Zeit! Am Mittwoch beginnen landesweit an den allgemein bildenden Gymnasien die Prüfungen, an den beruflichen Gymnasien wurden schon vergangenen Freitag die ersten Klausuren geschrieben. Wann ist welches Fach dran? Wie lange dauern die mündlichen Prüfungen? Was ändert sich künftig? Und wer lässt sich eigentlich in Hebräisch prüfen? Ein Überblick:

Worum geht es? Um den höchsten Schulabschluss, der in Deutschland zu vergeben ist: die allgemeine Hochschulreife, also den Nachweis der Befähigung zu einem Studium an einer Universität oder gleichwertigen Hochschule. Der Begriff Abitur kommt übrigens vom lateinischen Verb „abire“ (deutsch: weggehen/abgehen).

Zahlen und Fakten: Das Abi boomt, immer mehr Menschen beenden ihre Schullaufbahn mit diesem Abschluss. Der Abiturientenanteil hat sich zwischen 1980 (18,5 Prozent eines Jahrgangs) und 2010 (37,7 Prozent) ziemlich genau verdoppelt. 2016 lag er schon bei 42,3 Prozent, Tendenz steigend. Dieses Jahr nehmen rund 52.600 Schülerinnen und Schüler teil – 33.500 an allgemein bildenden und 19.100 an den beruflichen Gymnasien. Auf Lehrerseite sind rund 26.100 Personen involviert – als Erst-, Zweit- und Drittkorrektoren.

Der Zeitplan: Die schriftliche Prüfungsphase an den beruflichen Gymnasien begann vergangenen Freitag mit den Mathematik-Klausuren und endet, ebenfalls mit Mathe, am 2. Mai an den allgemein bildenden Gymnasien. Hier sind heute zum Auftakt schriftliche Arbeiten im Fach Deutsch angesetzt. Die mündlichen Prüfungen stehen dann zwischen 25. Juni und 6. Juli an.

Der Ablauf: An den allgemein bildenden Gymnasien sind vier schriftliche und eine mündliche Prüfung abzulegen. Die Kernfächer Deutsch, Mathe, eine Fremdsprache und ein weiteres individuell gewähltes Kernfach sind im schriftlichen Abitur verbindlich. Außerdem gibt es eine 20-minütige mündliche Prüfung. Sie besteht aus einer vorbereiteten Präsentation zu einem gewählten Thema, anschließend steht ein Prüfungsgespräch an.

Wann fällt man durch? Die „Gesamtqualifikation Abitur“ besteht aus zwei Blöcken. Der erste sind die Leistungen aus den Kursen. Hier muss man mindestens 200 Punkte erreicht haben, um überhaupt zugelassen zu sein. Bis maximal 600 Punkte kann man einbringen. Höchstens 20 Prozent der angerechneten Kurse dürfen bei einfacher Wertung mit weniger als fünf Punkten bewertet sein. Der zweite Block sind die Leistungen in den Abi-Prüfung: Mindestens 100 Punkte muss man haben, maximal 300 sind möglich. In drei Prüfungsfächern müssen jeweils mindestens 20 Punkte erreicht werden). Vergangenes Jahr bestanden aber nur 2,1 Prozent der Prüflinge nicht. Die Durchschnittsnote war im allgemein bildenden Bereich eine 2,38 und im beruflichen eine 2,5.

Wird beim Abi nicht auch etwas geändert? Ja, wer im Jahr 2019 in die Oberstufe kommt (Abitur-Jahrgang 2021), wird künftig drei schriftliche und zwei mündliche Prüfungen haben. Schriftlich müssen die Schüler dann in allen drei Leistungsfächern ran. Deutsch und Mathe sind als Prüfungsfächer (schriftlich oder mündlich) verpflichtend. Die Präsentationsprüfung wird allerdings abgeschafft, zugunsten von zwei „klassischen“ mündlichen Prüfungen.

Sicherheit Jedes Jahr ein ganz heißes Eisen, und bei den Realschul-Prüfungen gibt es gerade eine Panne: Weil in Bad Urach ein geöffneter Umschlag mit Prüfungsaufgaben auftauchte, müssen die Tests landesweit verschoben werden. Auch die Abituraufgaben sind misstrauisch gehütete Schätze. Schulleiter sind angehalten, die in versiegelten Umschlägen verpackten Papiere lückenlos und sicher an geeigneten Orten zu verwahren. Denn die Aufgaben sind begehrt. Letztes Jahr brachen Unbekannte in Stuttgart-Weilimdorf einen Schultresor auf und erbeuteten Unterlagen. Weil auch Aufgaben aus einem bundesweit einheitlichen „Pool“ dabei waren, wurden sie damals in ganz Deutschland ausgetauscht.

Zahlen

42,3 Prozent aller Schüler eines Jahrgangs legten im Jahr 2016 ihr Abitur ab. Dieses Jahr sind es (inklusive berufliche Gymnasien) insgesamt 52.600 Jugendliche.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel