Land am Rand Warum die Bahn ausnahmsweise mal zu früh ist

Diese Fahrstrecke bekommt man in der DB-Navigator-App zu sehen. Eigentlich fährt der ICE aber noch bis mindestens 2022 über Göppingen, Plochingen und Esslingen.
Diese Fahrstrecke bekommt man in der DB-Navigator-App zu sehen. Eigentlich fährt der ICE aber noch bis mindestens 2022 über Göppingen, Plochingen und Esslingen. © Foto: Screenshot: Ulf Schlüter
Ulm/Stuttgart / David Nau 31.08.2018

Jetzt ist erst einmal eine dicke Entschuldigung fällig! Was haben wir in den vergangenen Jahren hier in Land am Rand über die Deutsche Bahn gelästert: kaputte Klimaanlagen, ausgefallene Toiletten, verspätete Züge. Wie sich nun herausstellt, lagen wir so unglaublich falsch. Denn ausgerechnet beim skandalumwitterten Großprojekt Stuttgart 21 hat die Bahn still und heimlich einfach mal geliefert. Zumindest, wenn man der „DB Navigator“-App glaubt.

Wer dort eine ICE-Verbindung von Ulm nach Stuttgart sucht und sich dann auf der App-eigenen Karte schon mental auf das Gebummel durchs Filstal vorbereiten will, der wird auf ein ganz anderes Gleis gesetzt. Überraschung: Laut Karte fährt der Zug von Ulm über die Neubaustrecke und die noch schienenlosen Albabstiegstunnel bis zum Flughafen – und dann durch den Fildertunnel in den Tiefbahnhof. Und das, obwohl die Strecke nach aktuellem Stand frühestens Ende 2022 fertig sein soll. Da behaupte noch jemand, die Bahn sei verspätet.

Wer jetzt nur Bahnhof versteht, sei beruhigt. Zumindest bei  Presseanfragen bleibt die Bahn wie gewohnt ein Bummelzug. Nach sieben Tagen meldet sich ein Sprecher und entschuldigt sich erst einmal routiniert für die Verspätung. Richtig schlüssig kann er den Fehler in der App dann aber auch nicht erklären, es lägen fehlerhafte Streckendaten vor. Etwas genauer wird er zwar, erklärt dann aber, dass diese Informationen nicht öffentlich seien.

Da müssen wir die anfängliche Entschuldigung wohl wieder zurücknehmen. Sorry, liebe Bahn!

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