Land am Rand Warum „bunt statt blau“ nichts mit der AfD zu tun hat

Kater oder falsche Wahlentscheidung? „Land am Rand“ hält sich da raus.
Kater oder falsche Wahlentscheidung? „Land am Rand“ hält sich da raus. © Foto: © wavebreakmedia/Shutterstock.com
Stuttgart / Roland Müller 06.02.2019

In diesen aufgeregten Zeiten schadet es nie, Missverständnissen vorzubeugen. Daher hier die Klarstellung: Nein, die Kampagne „bunt statt blau“ von DAK und Ministerpräsident Winfried Kretschmann richtet sich nicht gegen die AfD. Herr Räpple, Sie können Ihre Sitzblockade vor der Krankenkassen-Zentrale in Hamburg absagen.

„Kunst gegen Komasaufen“ ist stattdessen das (nicht gerade subtile) Motto der Aktion. Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 17 Jahren sind aufgerufen, Plakate zu malen, die vor den Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums warnen – „ohne erhobenen Zeigefinger“, versteht sich. „Gerade in jungen Jahren ist man vielen Verlockungen ausgesetzt, auch der Spaß soll nicht auf der Strecke bleiben“, wird Kretschmann zitiert, dessen eigene Erfahrungen zum Thema allerdings aus den 60er Jahren stammen. Daher würden Gleichaltrige eher als „Botschafter gegen das Rauschtrinken“ akzeptiert, als wenn Erwachsene oder gar Politiker proklamieren, dass es auch mit Cola light und Apfelschorle ein dufte Party-­Abend wird.

„Land am Rand“, die Kolumne, die auch in Sachen Humor für Askese steht, kann das natürlich nur vorbehaltlos unterstützen. Überzeugender als das dürften aber die Preise sein: 1000 Euro für den Bundessieger – und eine Polaroid-Kamera (ja, die gibt es wieder) in der Kategorie „Sonderpreis Instagram“ (www.dak.de/buntstattblau).

Um Verwechslungsgefahr mit Anti-AfD-Aktionen für die Zukunft auszuschließen, schlagen wir allerdings die Umbenennung in „kreativ statt knülle“ vor.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel