Stuttgart Warten auf die große Lösung im Schulressort

Auf Abruf? Die Debatten um Kultusministerin Warminski-Leitheußer (SPD) reißen nicht ab.
Auf Abruf? Die Debatten um Kultusministerin Warminski-Leitheußer (SPD) reißen nicht ab.
BETTINA WIESELMANN 04.12.2012
Das Kultusministerium braucht nach Frank Mentrups Sieg einen neuen Staatssekretär. Aber auch über den Ministerposten wird in der SPD diskutiert.

Mehr Freude war selten: "Grandios, einfach nur toll, ich gönn ihm das." Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) war gestern in ihrer Begeisterung über den unerwartet klaren Sieg ihres Staatssekretärs Frank Mentrup bei der Karlsruher OB-Wahl am Sonntag kaum zu bremsen. Dass "die Säule der Landesregierung", zu der SPD-Chef Finanzminister Nils Schmid den erfolgreichen Genossen gestern erhob, der Ministerin "ein wertvoller strategischer Berater" war, sagte Warminski-Leitheußer natürlich auch.

Jetzt müsse eben Ersatz gefunden werden, am besten aus der Fraktion, wo es "sehr viele, sehr gut geeignete Menschen" gebe. Tiefer blicken ließ ihre spontane Antwort auf die Frage, wie es denn nun mit ihr weitergehe: "Mentrup hat mich doch in keiner Weise bedroht."

Dabei stellt sich die Frage jetzt ganz anders: Geht die stark kritisierte Kultusministerin im Strudel der personellen Neuordnung gleich mit unter? Bis hin in die SPD-Ministerriege wird gefragt, wenn ohnehin aus dem "unendlich großen Talentschuppen" (Schmid) ein Nachfolger für den zum 1. März ausscheidenden Staatssekretär kommen muss, "ob man nicht gleich den großen Schnitt macht?" Auch in der Fraktion ist zu hören: "Wann, wenn nicht jetzt?"

Warminski-Leitheußer dagegen hat andere Wahrnehmungen: "Eindeutig" habe sie das Gefühl, dass sie "volles Vertrauen" genieße. Es sei eben nur leider so, dass auch schnell am Stuhl gesägt werde. "Ich werde meinen Weg weiter fortsetzen", kündigte sie an.

Unter Journalisten wurde derweil gelästert, dass die chronisch mit Terminproblemen kämpfende Ministerin auch zu ihrem Rücktritt zu spät kommen werde. Dabei war gestern "die zunehmend unzuverlässige Bahn", wie Warminski-Leitheußer säuerlich anmerkte, schuld an ihrer Verspätung.