Stuttgart Wahlhelfer: Die meisten Plätze sind schon weg

Stuttgart / DPA 11.01.2016
In zwei Monaten wird in Baden-Württemberg gewählt. Für den reibungslosen Ablauf sollen Wahlhelfer sorgen. Offenbar ein begehrtes Ehrenamt: In Großstädten sind die meisten Posten bereits besetzt.

Rund zwei Monate vor der Landtagswahl am 13. März haben sich in den Kommunen des Landes schon viele freiwillige Wahlhelfer gemeldet. Zumindest in Großstädten sind kaum noch Plätze zu vergeben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Städten und Gemeinden ergab. "Aller Voraussicht nach werden keine Wahlhelfer mehr gesucht", heißt es in der Landeshauptstadt. Auch Mannheim, Ulm und Karlsruhe haben kaum noch freie Plätze für freiwillige Stimmenauszähler.

In Stuttgart werden 2094 Helfer für die Landtagswahl gebraucht. "Wir werden voraussichtlich genügend Wahlhelfer haben. Es sieht sehr gut aus", sagte eine Sprecherin der Stadt. Für jedes der 349 Wahllokale in Stuttgart werden sechs Wahlhelfer gebraucht. Sie bekommen für die rund sechs Stunden Arbeitszeit maximal 55,20 Euro. Stuttgart hat eine Datenbank mit den Namen und Adressen möglicher Wahlhelfer angelegt. Diese werden vor der Wahl angeschrieben, ob sie helfen wollen. Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen in diesem Jahr war nach Angaben der Sprecherin schon bei der letzten Wahl im Jahr 2014 dabei.

Die Stadt Mannheim hat nach Angaben einer Sprecherin keine Probleme damit, Wahlhelfer für die Landtagswahl im März zu finden. Rund 1400 Menschen würden am Wahlsonntag die Wähler betreuen und Stimmen auszählen, sagte sie. "Die meisten Plätze sind schon weg." 60 Euro Aufwandsentschädigung bezahlt die Stadt den Freiwilligen für ihren Einsatz.

Auch Karlsruhe meldet genügend Wahlhelfer für die Landtagswahl - rund 2000 werden am Wahlsonntag im Einsatz sein. Die Aufwandsentschädigung richte sich nach den Aufgaben, sagte ein Sprecher. Vorsteher in einem Wahlvorstand bekämen 70 Euro, Stellvertreter 60 Euro und Beisitzer 50 Euro.

In Ulm gebe es einen recht festen und verlässlichen Bestand an Wahlhelfern, sagte Fachbearbeiter Jürgen Kattoll vom Fachgebiet Statistik und Wahlen der Ulmer Stadtverwaltung. Immer häufiger werde aber auch auf Mitarbeiter der Stadtverwaltung zurückgegriffen. Grund sei, dass vor allem die Auszählungen bei Kommunalwahlen in Verbindung mit Europawahlen immer komplizierter würden und bis Montag nach der Wahl dauerten. Die Donaustadt benötigt für jeden der 104 Urnenwahlbezirke und 25 Briefwahlbezirke ein Team aus sechs Helfern - macht mindestens 774 Auszähler. Das könne in der Regel abgedeckt werden. Zwar gebe es immer wieder Verschiebungen und das Ausscheiden von Helfern etwa wegen Alters oder Wegzugs. Aber: "Wir hatten erst OB-Wahlen, dadurch stehen die Helfer noch bereit", sagte Kattoll. Die Freiwilligen an den Ulmer Urnen erhalten 60 Euro für ihren Einsatz.

In Tübingen werden 600 Wahlhelfer für den 13. März benötigt. Rund die Hälfte davon werden voraussichtlich Mitarbeiter der Stadt sein, die andere Hälfte Privatleute, wie die Stadt mitteilte. "Wir profitieren auch von einem Aufruf zur Wahlhelfer-Suche, den wir zur OB-Wahl 2014 gemacht haben, damals hatten sich viele Freiwillige gemeldet", sagte eine Sprecherin der Stadt. Auf sie könne man jetzt wieder zurückgreifen.

Zum Einsatz in den Wahllokalen kann grundsätzlich jeder Bürger ab dem 18. Lebensjahr verpflichtet werden - es sei denn, dringende berufliche Gründe oder eine Erkrankung sprechen dagegen. Allerdings setzen die Kommunen darauf, dass sich genügend Freiwillige finden. Die Helfer prüfen die Wahlberechtigung, haken den Namen der Wähler im Wählerverzeichnis ab, geben die Wahlurne für die Einwurf des Stimmzettels frei und zählen nach der Schließung der Wahllokale die Stimmen aus.