Als „starkes Land“ wird Baden-Württemberg in einem Sammelwerk dieses Namens gepriesen. Das Druckerzeugnis eines Unternehmens im schönen Tirol ist regelmäßig dem Magazin „Der Spiegel“ beigeheftet.

Natürlich freut sich ein echter Baden- Württemberger über die Lobpreisungen aus der nahen Ferne. Besonders der Schwabe hält sich ja bekanntlich mit Hymnen auf seine eigenen Leistungen bescheiden zurück. Das lässt er lieber den freundlichen Tiroler erledigen.

In der neuesten Ausgabe des PR-Magazins wird nicht nur „Das Beste von Schwein und Rind“ schmackhaft gemacht. Da geht es auch um innovatives Bauen mit einem nachwachsenden Material. Wie „Holz und Nachhaltigkeit auf den Punkt gebracht“ worden sei, soll das Foto des „Forst- und Jagdhauses Tannau in Tettnang“ erklären. Aber ausgerechnet dieses Vorzeigeprojekt war in Verruf geraten, weil aus einem ursprünglich geplanten Betriebshof für 150 000 Euro ein Prachtbau für 611 000 Euro geworden ist, ohne Genehmigung des Ministeriums. Der Bund der Steuerzahler stufte den Palast als „Verschwendung“ ein. Bundesweit wurde der Tannauer Tempel als „realer Irrsinn“ angeprangert.

In dem Beitrag stellen die Tiroler Texter auch „Skaio“ in Heilbronn heraus, „Deutschlands höchstes in Holzbauweise errichtetes Gebäude“. Bauherr ist ein städtisches Unternehmen, wie es auch gerne der  Bund der Steuerzahler beobachtet. Das Heilbronner Vorhaben ist nicht im Wald versteckt. Es ist ein Blickfang der Bundesgartenschau.