"Nicht jammern"

Die Kirchen sollten sich aus Sicht des württembergischen Landesbischofs Frank Otfried July durch vermeintlich schlechte Umfragewerte und steigende Austrittszahlen nicht runterziehen lassen. Die Kirche sei immer noch die größte Institution, die Menschen unterschiedlicher Milieus vereinen kann, sagt der evangelische Theologe beim Kirchentag in Stuttgart. In der württembergischen Landeskirche gebe es rund 150 000 Ehrenamtliche "Warum sollen wir jammern" angesichts solcher Zahlen.

Freiheit als Voraussetzung

Christen können nach Überzeugung des Theologen und Religionssoziologen Thomas Schirrmacher nur dort effektiv vor Verfolgung geschützt werden, wo Minderheiten generell Freiheit haben. Der Einsatz für verfolgte Christen setze daher immer auch den Einsatz für allgemeine Religionsfreiheit voraus, so der Präsident des Internationalen Rates der "International Society for Human Rights".

Zorn über Todesstrafe

Dass die USA die Todesstrafe noch nicht abgeschafft hat, darüber ist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, "ziemlich zornig". Ihm sei schleierhaft, wie ein christlich geprägtes Land über Menschen die Todesstrafe verhängen könne.

Totalaussetzer

Vor Beginn des Kirchentages hat sich das baden-württembergische Landesmarketing für einen Beitrag auf der Facebook-Seite entschuldigt. "100.000 Protestanten. Und nicht ein Wasserwerfer: #EvangelischerKirchentag2015?" veröffentlichte die Seite "BW-jetzt" - und erntete Kritik. Bei einem ausgearteten Wasserwerfereinsatz gegen Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 waren 2010 Menschen im Schlossgarten verletzt worden. Die Marketingabteilung, die zum Staatsministerium gehört, entschuldigte sich: Das war ein Totalaussetzer.