Land am Rand Völkerverständigung: Grüezi mitenand!

Da können sich die Schweizer noch so patriotisch geben, sie sind auch nur Schwaben – mit Sprachfehlern.
Da können sich die Schweizer noch so patriotisch geben, sie sind auch nur Schwaben – mit Sprachfehlern. © Foto: Patrick Seeger/dpa
Schweiz / Simon Wagner 04.12.2018

Das Verhältnis zwischen den Deutschen und den Kantonisten aus der Schweiz gilt gemeinhin als schwierig. Als arrogante und besserwisserische Gummihälse gelten die einen, als ein betuliches und etwas verschrobenes Bergvolk die anderen. Vereint ist man dies- und jenseits des Bodensees nur darin, dass
man voneinander nicht allzu viel hält.

Nun aber hat es sich ein
kleines Büchlein zur Aufgabe gemacht, den Deutschen die Heimat Heidis zumindest etwas näher zu bringen. Ausgerechnet der britische Autor   Paul Bilton empfiehlt eine Lektüre bei leichter bis mittelschwerer Xenophobie. Der geneigte Leser jedenfalls findet in „So sind sie, die Schweizer“ pointierte Charakterstudien der Eidgenossen, die geeignet sind, das Fremdeln etwas zu mildern.

Geklärt wird so, wie die Schweizer Langeweile mit
Effizienz bis zur Perfektion
paaren, warum ihnen Fast-Food dann doch zu schnell geht und warum sie sich hart arbeitend stets auf die nächste Katastrophe vorbereiten. Zur Sprache kommt ihre Liebe zu massiven Betonbauwerken, ihre beinahe schon legendäre Reinlichkeit, sowie ihr unerschütterlicher
Patriotismus, gleichsam als
Bollwerk gegen nagende
Selbstzweifel.

Dem geneigten Leser, zumindest wenn er im Südwesten sozialisiert ist, beschleicht beim Blättern mit jeder Seite intensiver das Gefühl, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen. Sollten die Schweizer gar am Ende nichts weiter als bloße Schwaben mit schlimmen Sprachfehlern sein?

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