Aufgrund von Zugausfällen und Verspätungen erhöht Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Druck auf die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio: Hermanns Amtschef Uwe Lahl hat nach Informationen der SÜDWEST PRESSE gegenüber dem Betreiber wegen Nichteinhaltung von Vertragsvereinbarungen auf der Frankenbahn eine zweite Abmahnung ausgesprochen. Eine erste Abmahnung war im Februar ergangen. Sollte sich weiter nichts verbessern, kann dies die Kündigung der Verträge sowie den Ausschluss der DB Regio von Vergabeverfahren zur Folge haben.

„Besonders beunruhigt mich der immer noch zu hohe Anteil der DB Regio zuzurechnenden Ausfallursachen“, heißt es in dem Schreiben von Lahl. „Sorgen“ bereite auch die Linienpünktlichkeit. So habe die Pünktlichkeit auf der Frankenbahn im ersten Halbjahr 2017 im Schnitt nur bei 88,8 Prozent gelegen. Vereinbart seien 94 Prozent. In den Kalenderwochen 15 bis 24 seien auf der Strecke über 3 Prozent der Züge ausgefallen, in einer Woche sogar 8 Prozent. Ziel ist indes eine Ausfallquote von unter einem Prozent. Lahl beklagt auch die Betriebsqualität auf den Netzen 2 (Filstalbahn) und 5 (Donau-Ostalb).

Man prüfe das Schreiben juristisch, sagte ein Bahnsprecher. Dessen ungeachtet arbeite DB Regio mit Hochdruck an einer besseren Betriebsqualität der Frankenbahn, die zuletzt auch an den Folgen einer unfallbedingten Streckensperrung gelitten habe.