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Busse und Bahnen sind gefragt. Doch die Fahrzeuge sind in die Jahre gekommen. Die Unternehmen wollen höhere Zuschüsse. Zugleich erhöhen sie die Preise.

Die Fahrgastzahlen im Schienennahverkehr sind laut einer Erhebung der Regierung zwischen 2012 und 2014 landesweit um rund sieben Prozent gestiegen, seit 2002 sogar um rund 75 Prozent. Danach nutzten 470.000 Fahrgäste an einem normalen Werktag die Nahverkehrszüge in Baden-Württemberg. Die Nahverkehrsunternehmen im Südwesten verlangen gleichwohl mehr Geld vom Land zur Finanzierung von Bussen und Bahnen.

"Die Mittel reichen vorn und hinten nicht aus", sagte Ulrich Weber von der Landesgruppe des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) habe zwar die Zuschüsse erhöht. Zugleich seien die Ansprüche an den Nahverkehr aber deutlich gestiegen.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte gestern: "Die Klage über fehlende Finanzmittel und mangelnde Planungssicherheit für den Öffentlichen Personennahverkehr ist berechtigt." Doch sei der Bund in der Verantwortung. "Er hat es seit Jahren versäumt, Klarheit über künftig zur Verfügung stehende Mittel zu schaffen." Im Land gibt es 22 Verkehrsverbünde.

In den kommenden Jahren müssten viele Millionen in die Infrastruktur gesteckt werden, sagte Weber. Eine sehr hohe Anzahl von Straßen- und Stadtbahnen müssten neu beschafft werden. Dafür gebe es seit Jahren keinen Zuschuss mehr, beklagte er. "Jetzt müssen das die Verkehrsunternehmen komplett selbst finanzieren." Die Busförderung des Landes betrage nur 15 Millionen Euro. Dieser Betrag sei viel zu gering. Andreas Schwarz (Grüne) kritisierte: "Weil das Geld schon lange nicht mehr reicht, müssen wir 100 Millionen Euro aus der Landeskasse drauflegen."

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) wird seine Preise 2016 anheben. Auch die Fahrkarten des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) werden zum 1. Januar 2,5 Prozent teurer. Der Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau entscheidet noch im Juli, ob die Preise für Fahrscheine in den Kreisen Reutlingen, Tübingen, Sigmaringen und Zollernalb angepasst werden.