Stuttgart Verband dringt bei MS auf bessere Diagnose

Stuttgart / ABÖ 12.07.2014

Rund 16 000 Multiple-Sklerose-Patienten leben in Baden-Württemberg, jeden Tag wird ein neuer Fall diagnostiziert. Jetzt legt der vor 50 Jahren gegründete Landesverband der MS-Kranken erstmals eine landesweite Studie zur Versorgung vor, basierend auf Tausenden Patientendaten.

Noch immer ist die Multiple Sklerose, eine Entzündung des Gehirns, zwar nicht heil-, aber zumindest behandelbar. Doch es vergeht zu viel Zeit zwischen dem Ausbruch der Krankheit und der Diagnose - im Schnitt mehr als drei Jahre, sagt eine gestern veröffentlichte Studie. Weil MS viele Gesichter hat, ließen sich die Patienten oft erst bei Fachärzten wegen zahlreicher unterschiedlicher Symptome behandeln - wenn überhaupt. Die Amsel-Stiftung, der Landesverband innerhalb der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft, hofft, dass diese jetzt erkannten Versorgungslücken künftig zu einer besseren Patientenversorgung führen. Die seit Mitte der 1990er-Jahre entwickelten Medikamente wirkten am besten im Frühstadium, sagt der Neurologe Peter Flachenecker. Er wünscht sich, dass die Patienten deshalb früher als bislang eindeutige Signale zu deuten wissen, darunter die über eine bloße Müdigkeit hinausreichende Erschöpfung. Deshalb und wegen der mit der Krankheit oft einhergehenden Bewegungseinschränkungen muss ein Drittel der Patienten derzeit noch vorzeitig in Rente.