Heilbronn Urteil: Sporttrainer gilt als Angestellter

Heilbronn / HANS GEORG FRANK 05.10.2016

Der Betriebsprüfung beim TSV Bietigheim ließ die Deutsche Rentenversicherung eine Rechnung folgen. Die Handballabteilung sollte mehr als 20 000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen für zwei Trainer nachzahlen, weil sie „abhängig beschäftigt“ gewesen seien.  Damit wollten sich die Sportler nicht abfinden, sie zogen vor das Sozialgericht Heilbronn.

Das Gericht jedoch wies die Klage ab, wie ein Sprecher gestern bekannt gab. Bis auf „kleinere Korrekturen der Forderungshöhe“ schloss sich die Kammer der Auffassung der Rentenversicherung an. Beide Trainer, heißt es in der Begründung, seien „in den Vereinsbetrieb eingegliedert gewesen“. Sie hätten bei ihrer Tätigkeit „kein unternehmerisches Risiko getragen“. Nicht einmal „nennenswerte eigene Betriebsmittel“ hätten sie benötigt, da „Bälle, Leibchen, Trikots etc.“ der Verein gestellt habe. Sogar die Trainingszeiten seien vorgegeben gewesen – laut Gericht ein klarer Fall abhängiger Beschäftigung, wie es im Sozialgesetzbuch festgelegt ist.

Der Trainer der Herrenmannschaft hatte nach Angaben des Gerichts monatlich 3450 Euro und rund 700 Euro für Fahrtkosten kassiert. Die Übungsleiterin der Damen bekam hingegen eine Monatspauschale von 600 Euro plus 150 Euro für das Training mit den A-Juniorinnen. Hans Georg Frank

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