Prozess Urteil: Messerstecher muss zehn Jahre in Haft

Heidelberg / Ulrich Willenberg 05.07.2018

Im Prozess um die tödliche Messerattacke vor einem Leimener Nachtclub hat das Heidelberger Landgericht den Täter zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Schwurgericht befand den 36-jährigen des Totschlags für schuldig. Besonders tragisch: Die Frau des polnischen Opfers hat bereits ihren ersten Mann durch eine Gewalttat verloren. Der wurde in Polen an dem Tag erschossen als sie Drillinge zur Welt brachte. Ihren zweiten Mann heiratete sie im Februar 2017. Sieben Monate später erlag der 45-Jährige in einem Krankenhaus seinen schweren Stichverletzungen. Das Motiv für die Tat „blieb letztlich weitgehend im Dunkeln“, sagte Richter Jochen Herkle.

Täter und Opfer waren am Morgen des 23. September 2017 in dem verrufenen Leimener Nachtclub aneinander geraten. Der Vorsitzende sprach von „verbalen Scharmützeln“. Wütend verließ der 36-Jährige das Lokal und lauerte davor dem Opfer mit einem Messer bewaffnet auf. Mehrfach stach der Täter auf den Mann ein, der sich zur Wehr setzte. Darauf habe der 36-Jährige mindestens sieben weitere Male zugestochen, um den Kontrahenten zu töten, sagte Herkle.

Während des gesamten Prozesses hatte der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen. Erst in seinem Schlusswort äußerte er sich. Er sei angegriffen worden und habe in Notwehr gehandelt, behauptete er. Das nahm ihm die Heidelberger Strafkammer aber nicht ab.

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