Seilbahn Urbane Seilbahnen: Boom in Südamerika erreicht Schwabenland

Ulm / HANS GEORG FRANK 21.05.2016
Urbane Seilbahnen: Von den Anden bis zur Alb wird an Gondeln gedacht, wenn es um alternative Verkehrsmittel geht. Das Stahlseil soll neue Verbindungen schaffen.

Einen wahren Seilbahnboom gibt es in Südamerika. In Boliviens Hauptstadt La Paz sind die ersten 2,6 Kilometer der „Linea Roja“ fertig. Daraus soll nach dem Willen des Staatspräsidenten Evo Morales das größte ÖPNV-Gondelnetz der Welt werden mit einer Gesamtlänge von über zehn Kilometern. In Kolumbien gibt es mehrere spektakuläre Projekte: Sechs Linien strebt Medellin an, Cali investierte 30 Millionen Euro für die Anbindung des Armenviertels Siloé an den Busbahnhof, in Manizales wird die Kabinenbahn „Los Cambulas“  intensiv genutzt. Auch Rio de Janeiro (Brasilien) erschließt mit  Kabel-Kabinen eine Favela. In Mexiko City ersetzen Gondeln mehrere tausend Kleinbusse.

New York ließ 2010 die Roosevelt-Island-Seilbahn von 1970 komplett erneuern als Teil des Nahverkehrsnetzes von Manhattan. In Constantine (Algerien) überwinden die Gondeln eine 100 Meter tiefe Schlucht. In Singapur und Taipeh (Taiwan) sind Seilbahnen mit dem konventionellen Nahverkehr verknüpft. In Tiflis (Georgien) pendeln seit 2012 Achter-Kabinen vom Rike-Park zur Narikala-Festung. In Ankara (Türkei) gondeln 106 Kabinen mit stündlich 2400 Passagieren über das Häusermeer. Seit den Olympischen Spielen 2012 überbrücken nicht nur Touristen mit „Cable Cars“ die Themse in London.

In Berlin-Marzahn gehört eine Seilbahn für 14 Millionen Euro zur Internationalen Gartenschau 2017. In Stuttgart machen sich die Grünen derzeit stark für eine urbane Seilbahn in Vaihingen. Der VCD-Kreisverband möchte mit  Gondeln Hauptbahnhof und Uhlandshöhe verbinden. Die Grünen in Rottweil halten eine Seilbahn vom Bahnhof in die Innenstadt für sinnvoll, um von dort die angedachte Hängebrücke zum Thyssen-Turm bequem zu erreichen.

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