Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) würde seinem Koalitionspartner CDU gerne bessere Umfragewerte gönnen. „Es ist immer am besten, wenn beide Koalitionspartner in einer Koalition zulegen“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. „Dass solche asymmetrischen Umfragewerte immer Nervosität auslösen, liegt in der Natur der Sache.“

Kretschmann sagte, er habe noch nie dazu geneigt, seine Politik von Umfragen abhängig zu machen. „Generell verhalte ich mich Umfragen gegenüber so: Von guten lass ich mich beflügeln, die schlechten, die ignoriere ich.“ Das empfehle er auch dem Koalitionspartner. Umfragen seien Momentaufnahmen, die Aufgeregtheiten erzeugten. Man werde weiter zielorientiert arbeiten.

Wenige Monate vor den Kommunal- und Europawahlen im Mai steht die CDU in Baden-Württemberg in der Wählergunst auf einem historischen Tief. Derzeit würde die Partei bei einer Landtagswahl nur noch auf 23 Prozent kommen, wie eine am Montag veröffentlichte Befragung des Instituts Forsa für das RTL/n-tv-Trendbarometer ergab. Die Grünen legten demnach weiter zu auf 33 Prozent.

Die CDU sei „not amused“ über die Umfragewerte, sagte Agrarminister Peter Hauk am Dienstag. Auch er sprach aber von einer Momentaufnahme. Es seien noch zwei Jahre bis zur nächsten Landtagswahl - und die Koalition habe das Programm nicht abgearbeitet.