Freiburg/Lahr Überfahrenes Tier bei Lahr war ein alpiner Wolf

Freiburg/Lahr / PETRA WALHEIM 07.07.2015
Das vor zwei Wochen an der A 5 überfahren aufgefundene Tier war ein Wolf. Das hat die DNA-Untersuchung ergeben. Das Tier kam aus den Alpen.

Nun ist es "150-prozentig", so wie Wildtier-Experte Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg es haben wollte: Das Tier, das vor zwei Wochen an der Autobahn 5 bei Lahr (Ortenaukreis) überfahren gefunden wurde, war ein Wolf. "Es war ein Tier aus der Alpen-Population", sagt Herdtfelder. Das habe die DNA-Untersuchung des Forschungsinstituts Senckenberg im hessischen Gelnhausen ergeben, informiert das Naturschutz-Ministerium. Unklar ist noch, ob der Wolf aus den Schweizer oder den französischen Alpen eingewandert ist. "Auch Untersuchungen unter anderem zur Altersbestimmung und zum Gesundheitszustand laufen derzeit noch", sagte Naturschutzminister Alexander Bonde (Grüne) gestern.

"Damit ist Baden-Württemberg definitiv in die Liga der Länder aufgestiegen, in die der Wolf zurückkehrt. Für die Natur ist das eine gute Nachricht - unsere Artenvielfalt ist dabei, wieder um ein Puzzleteil vollständiger zu werden", sagt der Landesvorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu), Andre Baumann. Nun gelte es, vor allem die Viehhalter zu unterstützen, für die Wölfe eine zusätzliche Belastung seien. Der Nabu kooperiere eng mit dem Landesschaftzuchtverband, da die Arbeit der Schäfer für die Kulturlandschaft unverzichtbar sei, so Baumann. Auch deshalb dürften die Schäfer mit ihren Sorgen wegen der Rückkehr des Wolfes nicht alleine gelassen werden.

Laut Ministerium ist das Land "auf einzelne zuwandernde Wölfe gut vorbereitet". Das stelle der "Handlungsleitfaden Wolf" sicher. Dieser sieht als nächsten Schritt vor, dass das Land die "Koordinationsgruppe Wolf" einberuft und die Mitglieder über die Untersuchungsergebnisse informiert. In der Gruppe sitzen Vertreter der Naturschutzbehörden, der Naturschutz-, Jagd- und Landnutzerverbände.

Die Bestätigung, dass tatsächlich ein Wolf im Land war, könnte Fragen, Sorgen und Ängste aufwerfen. Ein Ansprechpartner dafür ist auch Matthias Saeckler, Wildtierbeauftragter im Ortenaukreis. Er hat als erster von dem Wolf erfahren: Ein Bürger habe ihm gemeldet, er habe an der Autobahn das Tier gesehen. Das war kurz bevor der Wolf überfahren wurde.

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