FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wollen auch nach dem massenhaften Daten-Diebstahl in den sozialen Medien aktiv bleiben. Palmer sagte der Deutschen Presse-Agentur, anders als Grünen-Bundeschef Robert Habeck denke er bisher nicht über einen Rückzug nach. Den Ton in sozialen Netzwerken kritisierte aber auch er: „Die Bereitschaft, Leute wegen Halbsätzen zu lynchen, ist groß.“

Rülke sagte am Dienstag auf Anfrage der dpa in Stuttgart, auch er sehe keinen Anlass dafür, sein Verhalten in den sozialen Medien zu überdenken - „nicht, weil ich sicher bin, dass ich beziehungsweise die FDP niemals von Datenklau betroffen sein könnte, das wäre naiv“. Aber er überlege sich genau, was er twittere und bei Facebook einstelle. Zudem sei Habeck deshalb bei Twitter ausgestiegen, weil er selbst Unsinn getwittert habe, meinte Rülke.

Rülke und Palmer gehören zu den aktivsten Politiker aus Baden-Württemberg in den sozialen Medien. Grünen-Bundeschef Habeck hatte angekündigt, seine Konten auf Twitter und Facebook schließen zu wollen. Dem vorausgegangen waren zwei ganz unterschiedliche Ärgernisse: Erst tauchten private Chats mit der Familie im Netz auf, dann hagelte es Spott und Kritik wegen Wahlkampf-Äußerungen.

Von dem jüngst bekanntgewordenen Online-Angriff sind bundesweit rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten betroffen. Ein 20-Jähriger aus Mittelhessen wurde vorläufig festgenommen.