Stuttgart Trotz Alarms dicke Luft in Stuttgart

Stuttgart / DPA 22.03.2016
Der vierte Feinstaubalarm in Stuttgart dauert mit neun Tagen so lange wie noch nie seit der Einführung Anfang Januar. Bis Dienstagnacht, 24 Uhr, sind Autofahrer dazu aufgerufen, den Wagen stehenzulassen.

Während die Feinstaubbelastung am Sonntag erstmals seit Tagen unter den Grenzwert sank, wird immer deutlicher, dass Stickstoffdioxid (NO2) möglicherweise das größere Problem in Stuttgart ist. "Hinsichtlich der Grenzwerte ist die NO2-Jahresbelastung deutlich problematischer zu bewerten als die Partikeljahresbelastungen", heißt es in einem Bericht des städtischen Umweltreferats. Beim Stickstoffdioxid wurde der zulässige Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft 2015 flächendeckend überschritten: etwa am Neckartor (87), an der Hohenheimer Straße (77) und am Arnulf-Klett-Platz (62).

Der Feinstaubalarm soll auch die NO2-Belastung senken. Doch die Alarme zeigten bisher keine Wirkung, kritisierte die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Sylvia Pilarsky-Grosch. Sie fordert Fahrverbote. Der Auto Club Europa macht für die schwache Bilanz fehlende Anreize für den Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel verantwortlich. Das Verkehrsministerium hat angekündigt, eine Ticketvergünstigung finanzieren zu wollen - ob die Stadt mitzieht, ist bislang aber nicht klar.

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