Karlsruhe Triumph der SPD in CDU-Hochburg Karlsruhe

Vom Staatssekretär im Kultusministerium zum OB in Karlsruhe: Frank Mentrup (SPD).
Vom Staatssekretär im Kultusministerium zum OB in Karlsruhe: Frank Mentrup (SPD).
Karlsruhe / HANS GEORG FRANK 03.12.2012
SPD-Kandidat Frank Mentrup hat die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe gewonnen. Damit hat die CDU die letzte Großstadt des Landes verloren.

Bei der Auszählung des erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennens der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe hatte sich Frank Mentrup (48) gestern rasch einen nicht mehr einholbaren Vorsprung erarbeitet. Schon als das erste Dutzend der insgesamt 235 Wahlbezirken ausgewertet war, hatte sich der gemeinsame Kandidat der SPD, Grünen, Piraten und Kalrsruher Liste von seinem Konkurrenten Ingo Wellenreuther abgesetzt. Am Schluss siegte der Staatssekretär im Kultusministerium mit gut 55 Prozent. Lokalmatador Wellenreuther (52), CDU-Bundestagsabgeordneter und Präsident des Fußball-Drittligisten KSC, musste sich mit rund 35 Prozent begnügen.

Damit beendete Mentrup die 42 Jahre währende Vorherrschaft der Christdemokraten in Baden-Württembergs drittgrößter Stadt mit fast 300 000 Einwohnern. Selbst von einem furiosen Sieg der Kicker des KSC mit 5:2 über Heidenheim hat Wellenreuthers Lager nicht profitieren können. Dabei hatten örtliche Beobachter geglaubt, dass selbst solche Randerscheinungen mitentscheidend sein könnten.

Bei der CDU wird das Ergebnis als Katastrophe gewertet. Bestätigt fühlen sich jetzt jene Mitglieder, die statt Wellenreuther lieber den Namen der örtlichen Finanzbürgermeisterin Margret Mergen auf dem Stimmzettel gesehen hätten. Aber die Frau hatte dem Mann bei der Nominierung den Vortritt lassen müssen, nachdem es zuvor einen wundersamen Zustrom an neuen Mitgliedern gegeben hatte, ein Großteil davon wurde dem Umfeld des Sportclubs zugerechnet.

Trotz der herausragenden Bedeutung dieser Richtungswahl hatten 42, 23 Prozent der 218 700 Wahlbeteiligten ihre Stimme abgegeben. Immerhin lag die Quote damit besser als vor sechs Jahren mit lediglich 30,32 Prozent.