Weil bei Bauarbeiten am Bahnprojekt Stuttgart 21 Rohre verwechselt wurden, ist Trinkwasser in Teilen Kirchheims verschmutzt worden. Auf einer Baustelle der neuen ICE-Trasse Stuttgart-Ulm des Milliardenprojekts Stuttgart 21 sei eine Abwasserleitung fälschlicherweise vorübergehend an das Frischwassernetz angeschlossen gewesen, bestätigten die Stadtwerke Kirchheim am Donnerstag einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“.

Der Fehler sei gefunden, die Reinigung und Chlorierung eingeleitet, sagte Stadtwerkechef Martin Zimmert. Die Anwohner blieben aber aufgerufen, ihr Trinkwasser abzukochen. Dies sollten sie tun, bis eine offizielle Entwarnung gegeben werde. Wie viele Haushalte in Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen) betroffen sind, konnten die Stadtwerke zunächst nicht sagen. Im Kern gehe es um Häuser nahe der Autobahn 8, wie die Stadt bereits am Mittwoch im Internet mitteilte. Dort entsteht derzeit die Neubautrasse für Stuttgart 21.

Das Lagezentrum der Landesregierung rät, das Wasser einmal sprudelnd aufzukochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen zu lassen. Für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden sollten die Anwohner ausschließlich abgekochtes Leitungswasser verwenden. Zur Toilettenspülung könne das Wasser aber ohne Bedenken benutzt werden.