Stuttgart/Ellwangen/Pforzheim 23-jähriger Asylsuchender aus Togo sitzt in Abschiebehaft

In der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) steht ein Polizeifahrzeug neben einem Zaun. Foto: Stefan Puchner
In der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) steht ein Polizeifahrzeug neben einem Zaun. Foto: Stefan Puchner © Foto: Stefan Puchner
Stuttgart/Ellwangen/Pforzheim / DPA 04.05.2018

Der nach seiner gescheiterten Abschiebung am Donnerstag gefasste Asylsuchende aus Togo sitzt in Abschiebehaft in Pforzheim. Dies teilte das Innenministerium Baden-Württemberg am Freitag in Stuttgart mit. Er soll rasch nach Italien zurückgebracht werden, wo er erstmalig in die EU kam. Nun müssen die deutschen Behörden Italien erneut über dessen Rückführung informieren, wofür es eine Zehn-Tages-Frist gibt.

Italien war schon einmal über die Ankunft des Togoers informiert worden - wenige Tage vor der am Montag gescheiterten Abschiebung aus einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen. Der Asylsuchende wurde schließlich am Donnerstag bei der Großrazzia gefasst. Die Zehn-Tages-Frist begann an diesem Tag erneut.

Das Abschiebegefängnis in Pforzheim ist im Jahr 2017 zu fast 90 Prozent ausgelastet gewesen. Die durchschnittliche Haftdauer lag demnach bei 26 Tagen. Im Sommer werde voraussichtlich mit einer Erweiterung des Baus begonnen, im kommenden Jahr soll alles fertig sein. Dann soll die Haftanstalt 80 statt wie zur Zeit 36 Plätze haben und auch für Frauen und Familien geeignet sein. Derzeit werden in der zentralen Einrichtung des Landes nur Männer untergebracht.

Die Einrichtung wurde im April 2016 nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes eröffnet. Dieser hatte verfügt, dass Menschen, die abgeschoben werden sollen, nicht gemeinsam mit Straftätern untergebracht werden dürfen.

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