Land am Rand Todesgefahr im Biotop

Die sichere Zuflucht unter Steinen ist gar nicht sicher: Wechselkröten wie diese enden immer wieder unter den Füßen von Spaziergängern.
Die sichere Zuflucht unter Steinen ist gar nicht sicher: Wechselkröten wie diese enden immer wieder unter den Füßen von Spaziergängern. © Foto: privat/Archiv
Böblingen / Alfred Wiedemann 28.08.2018

Unter dem Pflaster liegt der Strand. Diese Sponti-Weisheit hat sich herumgesprochen. Aber dass unter Steinen Molche und Kröten liegen können, das ist viel zu wenig bekannt. Immer wieder kommen die armen Tierchen unter die Füße von Spaziergängern. Aus Unwissenheit trampeln die Leute über Stock und Stein  und machen dabei Molch und Kröte platt.

Damit das ein Ende hat, wenigstens im Steinbruch Dagersheimer Berg, haben das Regierungspräsidium Stuttgart und die Städte Böblingen und Sindelfingen an dem Naturdenkmal große Infotafeln aufgestellt. Der alte Steinbruch ist ein Biotop für Kammmolch, Wechselkröte und viele andere Tiere und Pflanzen. Trocknen wegen der Hitze die Tümpel auf dem Gelände aus, verkriechen sich der europaweit geschützte Molch und auch die Wechselkröte an Land unter Steinen und Hölzern. So können sie überleben, bis es wieder regnet. Aber nur, wenn kein Mensch daherkommt.

Verbotsschilder stehen in dem Schutzgebiet schon längst. Das hat die Leute aber bisher nicht davon abgehalten, durch die geschützten Bereiche zu latschen. Die Infotafeln, auf denen Kammmolch und Wechselkröte abgebildet und beschrieben sind, sollen erklären, warum Verbotsschilder und auch Zäune stehen. Und dass rücksichtsloses Treten auf Stock und Stein für die armen Lurche oft den Tod bedeutet. Doppelt ermahnt wirkt besser. Hoffen wir’s für die Lurche und Molche, die Hitze und Spaziergänger überlebt haben. Irgendwann sind die Tümpel dann auch wieder voll genug zum Plantschen.

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