Land am Rand Tod durch Heißhunger: Der arme Darwin!

Ulm. / David Nau 09.07.2018

Wenn es ums Essen geht, dann vergisst so mancher schnell mal seine gute Kinderstube. Am meterlangen Buffet im All-Inclusive-Hotel auf den Kanaren beäugt man seinen Nebensitzer argwöhnisch: Der Blödmann wird doch nicht auch noch das letzte Steak auf seinen sowieso schon überladenen Teller hieven. So etwas kann schnell eskalieren. Letztes Jahr prügelten sich in Düsseldorf zwei Großfamilien, weil sie nicht einig wurden, wer zuerst ans Buffet darf.

Auch in der Tierwelt führt der Kohldampf dazu, dass alle angeborene Vorsicht vergessen wird. Jüngst traf es zwei Fledermäuse auf einem Friedhof im Landkreis Ludwigsburg. Dort hatte die Gemeindeverwaltung an rund 70 Bäumen sogenannte Leimringe angebracht. Weil dort aber nicht nur die gejagten Raupen des Eichenprozessionsspinners kleben blieben, sondern auch andere Insekten, vermuteten die beiden Bechsteinfledermäuse ein unverhofftes Festmahl. Nur noch die leckere Beute vor Augen vergaßen die putzigen Tierchen aber eines: Sie wiegen maximal 12 Gramm. Ergebnis: Neben der Beute gingen auch die Jäger der Falle auf den Leim und bezahlten ihren Heißhunger mit dem Leben.

Natürliche Auslese nennt man das nach Charles Darwin. Der Mensch, die selbsternannte Krone der Schöpfung, sollte sich mit Schadenfreude aber sehr zurückhalten: 2017 starb in den USA eine Frau, weil sie sich bei einem Wettessen fünf Pfannkuchen hineinstopfte. Es kam, wie es kommen musste: Das Essen blieb stecken, die Frau erstickte. Was Darwin wohl dazu sagen würde?

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